Strafbefehl: Polizist muss rabiatem Traktorfahrer aus dem Weg springen

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StrafbefehlPolizist muss rabiatem Traktorfahrer aus dem Weg springen

Weil ein Landwirt einen Heuschober blockierte, wurde er zu einer Busse verurteilt. Bei einer Konfrontation mit der Polizei musste ein Beamter dem Traktor des Beschuldigten aus dem Weg springen.

von
Leo Butie
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Ein Streit um einen Heuschober endete für einen St. Galler Landwirt mit einem Strafbefehl.

Ein Streit um einen Heuschober endete für einen St. Galler Landwirt mit einem Strafbefehl.

Tamedia AG
Der Landwirt hatte den Heuschober einem weiteren Bauern vermietet, versperrte aber den Zugang.

Der Landwirt hatte den Heuschober einem weiteren Bauern vermietet, versperrte aber den Zugang.

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Als die Polizei vor Ort den Landwirt am Befüllen des Heuschobers hindern wollte, musste ein Polizist dem Traktor des Beschuldigten aus dem Weg springen. (Symbolbild)

Als die Polizei vor Ort den Landwirt am Befüllen des Heuschobers hindern wollte, musste ein Polizist dem Traktor des Beschuldigten aus dem Weg springen. (Symbolbild)

Kantonspolizei St. Gallen 

Darum gehts

  • Ein Streit um einen Heuschober kommt einem Landwirt teuer zu stehen. 

  • Der Mann blockierte den Zugang zum Heuschober, der an einen weiteren Landwirt vermietet war. 

  • Er befüllte den vermieteten Schober mit seinem eigenen Heu und widersetzte sich der Polizei.

  • Per Strafbefehl wurde der Mann nun verurteilt.

Wegen eines Streits um einen Heuschober wurde ein Bauer aus dem Kanton St. Gallen per Strafbefehl verurteilt. Diesen Schober hatte der Beschuldigte ursprünglich einem weiteren Landwirt vermietet. Folglich lagerte der Landwirt dort sein Heu.

Doch im April 2022 hatte der Beschuldigte mit einem Vorhängeschloss den Zugang zum Betriebsschalter des Heustocks blockiert. Weil der Zugang zum Heuschober nun versperrt war, musste der Landwirt extern Heu kaufen, um sein Vieh füttern zu können. 

Der Beschuldigte wurde wegen des Blockierens verurteilt und dazu aufgefordert, den Heuschober wieder dem Mieter zugänglich zu machen. Dies klappte anfänglich auch, doch im Mai meldete der Landwirt der Polizei, dass der Beschuldigte den Heuschober zu eigenen Zwecken verwende und den Stock mit eigenem Heu befüllte. 

Polizist muss aus dem Weg springen

Dies veranlasste die Polizei dazu, den fehlbaren Landwirt zu besuchen und ihn aufzufordern, das Befüllen des Heuschobers zu unterlassen. Ein Polizist stellte sich dem Mann in den Weg, der gerade dabei war, mit seinem Traktor eine Ladung Heu zu verstauen. Obwohl er den Polizisten im Rückspiegel sah, fuhr er unbeirrt weiter, sodass der Beamte aus dem Weg springen musste, um nicht überfahren zu werden. 

Der Beschuldigte verweigerte zudem eine Atemalkoholprobe. Der Mann wurde nun unter anderem wegen Sachentziehung, Nötigung sowie Gewalt und Drohung gegen Beamte per Strafbefehl verurteilt. Ihm wurden eine bedingte Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu 100 Franken (9000 Franken) sowie eine Busse von 1000 Franken aufgebrummt. Die Geldstrafe ist mit einer Probezeit von zwei Jahren verbunden. 

Weiter muss der Mann die Verfahrenskosten tragen. Als Konsequenz seiner Taten muss er insgesamt 2632 Franken zahlen. Gegen diesen Strafbefehl kann Einsprache erhoben werden, er ist noch nicht rechtskräftig.  

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