Winterthur: Polizist rettet Hündelerin aus der kalten Töss
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WinterthurPolizist rettet Hündelerin aus der kalten Töss

Ein Polizist hat eine Hündelerin in Winterthur aus der Töss gerettet. Die 64-Jährige wollte ihren Hund aus einer Wasserwalze befreien. Der Vierbeiner überlebte das Unglück nicht.

von
rom
An der Töss in Wülflingen (Bildmitte) kam es am Mittwochabend zum Drama.

An der Töss in Wülflingen (Bildmitte) kam es am Mittwochabend zum Drama.

Dramatische Szenen spielten sich am Mittwochabend um 20 Uhr an der Töss in Winterthur-Wülflingen ab: Ein Stadtpolizist spazierte nach Feierabend mit seinem Hund dem Fluss entlang, der relativ viel Wasser führte. Dabei beobachtete er, wie auf der gegenüberliegenden Seite oberhalb einer Schwelle ein Hund ins knapp 12 Grad kalte Wasser sprang. Als der Vierbeiner in die Wasserwalze geriet, begann die Besitzerin zu schreien, wie die Stadtpolizei Winterthur am Donnerstag mitteilte.

Die 64-Jährige sprang wenige Meter unterhalb der Walze dem Hund hinterher und verschwand bis zum Kopf im Wasser. Zunächst wurde die Frau von der Töss mitgerissen, schliesslich konnte sie sich stehend nur noch mit Mühe über Wasser halten. Der Polizist reagierte sofort, zog Jacke und Schuhe aus, und sprang ebenfalls in den Fluss. Nachdem er diesen überquert hatte, konnte er die Frau fassen und ans Ufer retten.

Wiederbelebungsversuche scheiterten

Danach schwamm der Polizist dem flussabwärts getriebenen Hund hinterher. Auch diesen konnte er an sich nehmen und ans Ufer ziehen – allerdings bewegte sich der rund 20 Kilogramm schwere Vierbeiner nicht mehr. Auch die Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Die alarmierte Polizei kümmerte sich anschliessend um die gerettete Frau. Sowohl die Hundebesitzerin als auch der Polizist sind unverletzt. Um welche Rasse es sich bei dem Tier handelte, konnte die Polizeisprecherin nicht sagen.

Trotz dieser Heldentat mahnt Philipp Binaghi, Sprecher der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft, zur Vorsicht: «Wer als Beobachter eine solche Situation erfasst, sollte versuchen, mit allenfalls verfügbaren Rettungsmitteln, Kleidungsstücken wie Jacke als Seilersatz oder etwa einem Ast dem Opfer aus der misslichen Lage zu helfen.» Dies stets unter dem Grundsatz, sich selbst nicht in Gefahr zu bringen. Zudem solle man umgehend die Rettungskräfte alarmieren.

«Nie in eine Wasserwalze begeben»

Überhaupt dürfe man sich niemals in eine Wasserwalze begeben. «Wenn ein Hund in eine solche gerät, dann nicht hinterher springen», sagt Binaghi. In der Regel könnten sich die Tiere im Gegensatz zum Menschen eher daraus retten. «Es gab bereits Situationen, wo der vermeintliche Retter ertrank und der Hund wieder an Land zurückkehren konnte.»

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