Spanien: Polizist schwimmt 100 Meter und rettet Migrant
Publiziert

SpanienPolizist schwimmt 100 Meter und rettet Migrant

Vor der Küste im Süden Spaniens droht ein Bootsflüchtling zu ertrinken. Ein Polizist rettet ihn. Jetzt hat die Behörde ein Video der Aktion veröffentlicht.

von
kko

Ein Polizist krault zu einem Migranten, der sich nur mit Mühe über Wasser halten kann. (Video: Tamedia mit Material von Policía Nacional)

Im Hafenbecken von San Roque drohte ein Mann zu ertrinken. Er rief um Hilfe, tauchte aber immer wieder unter. Ein Polizist, der die Szene mit einigen Amtskollegen beobachtete, fackelte nicht lange und sprang ins Wasser.

Der Beamte sei rund hundert Meter zu dem Migranten geschwommen, teilte die spanische Polizei mit und veröffentlichte ein Video der Rettungsaktion. Der Polizist habe den Mann, der sich vor Erschöpfung kaum mehr habe bewegen können, in den Rettungsgriff genommen. Ein Fischerboot nahm die beiden schliesslich an Bord. Der Migrant sei später medizinisch betreut worden.

Vier Menschen sprangen über Bord

Zuvor war er mit 69 anderen Menschen auf hoher See gerettet worden und befand sich mit ihnen auf einem Rettungsschiff. Als dieses in den Hafen von San Roque im Süden Spaniens einlief, sprangen er und drei weitere Personen kurz vor dem Anlegen über Bord.

Die vier wollten offenbar einen gegenüberliegenden Anlegesteg erreichen. Während seine drei Kollegen es an Land schafften, blieb er in den Wellen zurück, bis ihm der Polizist zu Hilfe schwamm.

Migranten kommen seit Januar vermehrt via Marokko nach Europa. Die gefährliche Route über Libyen sei immer «schwieriger zu benutzen», weshalb sich die Hauptroute für Flüchtlinge von Italien nach Spanien verschiebe, warnte der Chef der europäischen Grenzschutzagentur Frontex, Fabrice Leggeri, Anfang Juli. Spanien ist neues Hauptziel illegaler Migranten. Im ersten Halbjahr 2018 hat sich die Zahl der Ankommenden im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdreifacht.

Deine Meinung