Aktualisiert 24.02.2014 21:33

Im Säntispark

Polizist soll Teenager begrapscht haben

Hat ein Beamter im Säntispark zwei Teenager unsittlich angefasst? Heute steht er vor Gericht.

von
taw
Bei der Treppe im Endbecken der Canyon Rutschbahn kam es laut Anklage zum ersten Vorfall.

Bei der Treppe im Endbecken der Canyon Rutschbahn kam es laut Anklage zum ersten Vorfall.

Der Fall ereignete sich am 10. Februar 2012 im Freizeitbad Säntispark in Abtwil: Der damals 32-jährige Zürcher Kantonspolizist soll sich einer jungen Frau von hinten angenähert, einen Sturz ins Wasser vorgetäuscht und ihr dabei mit der Hand in die Bikinihose gefasst haben, so die Anklage der Staatsanwaltschaft. Das 17-jährige Opfer sei derart perplex gewesen, «dass es sich nicht dagegen zur Wehr setzen konnte». Der Mann erklärte, er sei ausgerutscht und habe nur versucht, sich irgendwo abzustützen. Laut der Aussage des Teenagers, habe sie dann seine Hand aus der Hose ziehen müssen.

In der Garderobe festgenommen

Später soll er sich von hinten kommend einer weiteren Jugendlichen (17) genähert, ihre Badehose zur Seite gezogen und mindestens einen Finger in ihre Scheide geführt haben. Der Mann bestreitet den Vorwurf vehement und sagt, es handle sich um eine Verwechslung. Noch in der Garderobe wurde der Beschuldigte damals vom Sicherheitsdienst festgenommen.

Für das Kreisgericht St. Gallen waren die Aussagen der jungen Frauen vergangenen März «logisch konsistent und von Beginn an detailliert». Es sprach den Polizisten deshalb der mehrfachen sexuellen Belästigung schuldig und verurteilte ihn zur einer Busse von 10 000 Franken sowie Genugtuungszahlungen.

Heute kommt es zur Neuauflage des Prozesses. Der Beschuldigte beantragt einen vollumfänglichen Freispruch. Die Staatsanwaltschaft fordert 15 Monate bedingt und 5000 Franken Busse wegen Schändung.

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