«Charakterlos und unverschämt»: Polizist stellt Ausländer an den Pranger
Aktualisiert

«Charakterlos und unverschämt»Polizist stellt Ausländer an den Pranger

In St. Margrethen SG griff ein Polizist zu ungewöhnlichen Mitteln, um für Recht und Ordnung zu sorgen: Er drohte einem Ausländer mit deutlichen Worten.

von
num
Ein Polizist in St. Margrethen SG stellte einen Schuldner an den Pranger.

Ein Polizist in St. Margrethen SG stellte einen Schuldner an den Pranger.

Keystone

Auf knallrotes Papier druckte ein Wachtmeister in St. Margarethen SG eine «polizeiliche Aufforderung». Darin droht er einem Einwohner mit der Verhaftung, falls dieser nicht seinen Pflichten nachkomme. Das Papier heftete der Polizist laut «Blick» an den Briefkasten des Mannes.

Im Brief heisst es: «Gemäss Bericht des Betreibungsamtes St. Margrethen hätten Sie am 24. November vorbeigehen müssen. Dies, nachdem ich Sie dazu aufgefordert habe. Leider haben Sie den Termin nicht eingehalten. Es ist von Ihnen charakterlos und unverschämt. Offenbar ist Ihnen alles egal.»

Weiter schreibt der Polizist: «Wenn Sie schon in der Schweiz wohnhaft sind und arbeiten wollen, haben Sie sich auch an die Gesetze und Pflichten zu halten. Wenn Sie damit Mühe haben, wäre es sinnvoll, dass Sie mindestens von St. Margrethen wegziehen würden!»

Polizist steht zu Methode

Nachbarn zeigten sich gegenüber der Zeitung schockiert. Der Aushang sei diskriminierend und es gehe nicht, dass jemand an den Pranger gestellt werde. Der Polizist, der den Brief geschrieben hat, sagte zum «Blick», dass er die betreffende Person wochenlang erfolglos aufgefordert habe. Per Handy, per Schreiben und direkt an der Haustür. Er habe nicht mehr weiter gewusst und deshalb zu dieser Methode gegriffen.

Bei der Kantonspolizei St. Gallen hat man am Vorgehen des Dorfpolizistens keine Freude. Das entspreche nicht den Gepflogenheiten. Ein Sprecher sagt: «Wir werden das mit dem Mitarbeiter besprechen und korrigierend eingreifen.»

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