Während Prüfung: Polizist stirbt nach Sprengunfall
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Während PrüfungPolizist stirbt nach Sprengunfall

Bei einem Sprengunfall in Oberdorf bei Stans NW ist am Samstag ein Polizist tödlich und ein weiterer schwer verletzt worden. Die Explosion ereignete sich bei der Prüfung im Rahmen eines polizeilichen Ausbildungskurses. Wie es dazu kam, ist noch nicht klar.

Um 13.48 Uhr am Samstag explodierten auf dem Kasernenareal Wil in Oberdorf in einem Behälter mehrere Sprengkapseln. Es ging dort um eine Postenarbeit zum richtigen Umgang mit diesen Kapseln. Der Prüfungskandidat und der ihn begleitende Experte wurden schwer verletzt.

Der 33-jährige Prüfungskandidat von der Kantonspolizei Basel- Stadt erlag am Sonntagmorgen im Universitätsspital Zürich seinen Verletzungen. Der 46-jährige Instruktor von der Kantonspolizei Luzern befindet sich im Kantonsspital Luzern. Zur Art der Verletzungen liegen keine Angaben vor.

Hergang ungeklärt

Auch wie es zur Detonation kam, ist noch nicht geklärt. Die Ermittlungen sind am Samstag aufgenommen worden, wie an einer Medienkonferenz am Sonntag in Stans zu erfahren war. Der Unfall ereignete sich auf einem offenen Platz neben einer Wiese. Er hinterliess im Asphalt eine geschwärzte Delle von rund einem Meter Durchmesser.

Zur Betreuung der Angehörigen der Opfer wurde ein Care Team und die Polizeiseelsorge aufgeboten.

Die Prüfung vom Samstag bildete den Abschluss eines einwöchigen polizeilichen Ausbildungskurses mit rund 30 Teilnehmern, der vom Schweizerischen Polizeinstitut (SPI) in Neuenburg organisiert wurde.

Postenarbeit mit Sprengkapseln

Beim verhängnisvollen Posten ging es laut Lorenz Muhmentaler, Pikettoffizier der Nidwaldner Polizei, um das richtige Vorgehen beim Umgang mit Sprengkapseln und bei der Vernichtung von Sprengstoff. Dabei muss mit richtigen Sprengkapseln und richtigem Sprengstoff geübt werden.

Die Kapseln sind stabförmig mit einer dünnen Metallhülle, die mit Sprengpulver gefüllt ist. Sie können durch Schlag, pyrotechnisch oder elektronisch gezündet werden und bilden den Initiator zur Zündung einer grösseren Menge Pulver. Wieviele Kapseln sich im Behälter befanden, ist nicht bekannt.

Peter Martin Meier, Direktor des SPI, ist kein vergleichbarer Unfall im Rahmen der SPI-Kurse bekannt. Das Institut führt zur polizeilichen Ausbildung jährlich rund 150 Kurse mit etwa 4500 Teilnehmern durch. Man arbeitet mit rund 1000 Experten zusammen.

Prüfung entspricht jener für Sprengmeister

Beim Kurs in Oberdorf handle es sich um einen der üblichen Sprengkurse, sagte Meier an der Medienkonferenz in Stans. Die Teilnehmer würden von den einzelnen Polizeikorps entsandt, die dazu eine Vorselektion durchführen. Der Kurs umfasse Theorie und Praxis. Die abschliessende Prüfung entspreche jener für zivile Sprengmeister.

Laut Meier werden bei diesem Kurs die gleichen Sicherheitsvorschriften wie im Militär befolgt. Die Teilnehmer des Kurses sind durch ihre Polizeikorps versichert.

Für Alois Bissig, Vehörrichter des Kantons Nidwalden, geht es nun darum, die Ergebnisse der Untersuchung des Unfalls abzuwarten, die Verantwortlichkeit zu prüfen und allenfalls Schuldige zu finden. Auch müssten die notwendigen Vorkehrungen getroffen werden, um solche Unfälle künftig zu vermeiden.

(sda)

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