«Handeln wirkt rassistisch»: Polizist verlangt, Albanien-Fahne zu verstecken

Aktualisiert

«Handeln wirkt rassistisch»Polizist verlangt, Albanien-Fahne zu verstecken

Ein Polizist empfahl, die albanische Flagge im Auto zu lassen. Die Schweizer Fahne war für ihn in Ordnung. Leser-Reporter finden das rassistisch, die Stadtpolizei vorbildlich.

von
mon

Nach dem Sieg der Nati gegen Serbien wurde am vergangenen Freitag in Zürich gefeiert. Die Niederlage der Serben und der Doppeladler-Jubel von Xhaka und Shaqiri hatten die Emotionen mancherorts hochkochen lassen. Tätliche Auseinandersetzungen und die Verbrennung einer Kosovo-Flagge hielten die Stadtpolizei nach Spielende auf Trab. Im Kreis 4 und 5 standen die Beamten im Dauereinsatz.

Im Internet kursiert derzeit ein Video, das einen Polizisten zeigt, wie er einen Autofahrer in Zürich-Oerlikon an der Friesstrasse – auch als Balkanstrasse bekannt – auffordert, seine albanische Flagge im Auto zu lassen. Als seine Beifahrerin antwortet, dass es sich um eine Schweizer Flagge handelt, meint der Polizist: «Ah sorry, ich dachte es sei eine albanische – die Schweizer Flagge dürfen sie draussen lassen.»

«Das Handeln wirkt einfach nur rassistisch»

Dieses Video sorgt für Empörung: «Auch wenn die Aufforderung des Polizisten in Anbetracht der Sicherheit geschah, ist es die Doppelmoral, die dem Video einen bitteren Nachgeschmack verleiht», sagt ein Leser-Reporter. Es mache keinen Sinn, dass die albanische Flagge problematisch sei, jene der Schweiz jedoch nicht.

«Schliesslich haben die Serben gegen die Schweiz verloren und ein weisses Kreuz auf rotem Grund könnte genauso gut eine Provokation der gegnerischen Fans zur Folge haben.» Hätte er gesagt, man solle die Schweizer Fahne auch im Auto lassen, würde das Video nicht dermassen hohe Wellen schlagen, so der Leser-Reporter: «Aber so wirkt das Handeln des Polizisten einfach nur rassistisch.»

«Mit der Schweizer Fahne gab es keine Probleme»

Bei der Stadtpolizei Zürich hingegen lobt man das Verhalten des Polizisten: «Er hat vorbildlich gehandelt», sagt Medienchef Marco Cortesi auf Anfrage. «Da die Stimmung nach Spielende aufgeheizt war und Flaschen und Steine gegen Autos mit albanischen Flaggen geworfen wurden, mussten wir einschreiten», so Cortesi.

Damit es zu keinen grösseren Auseinandersetzungen kommt, seien die Autofahrer an der Friesstrasse von den Beamten angewiesen worden, die albanische Fahne im Auto zu lassen: «Mit der Schweizerfahne gab es hingegen keine Probleme – da konnte man in Ruhe durchfahren», so Cortesi.

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