Aktualisiert 28.07.2014 12:05

MH17Polizisten auf dem Weg zur Absturzstelle

Nachdem internationale Ermittler gestern Sonntag ihre Mission stoppen mussten, sind sie heute erneut zum Unglücksort der MH17 in der Ost-Ukraine unterwegs.

Internationale Ermittler im Osten der Ukraine haben am Montag erneut versucht, zur Absturzstelle der malaysischen Passagiermaschine vorzudringen. Teams mit australischen und niederländischen Polizisten brachen am Morgen aus der Separatisten-Hochburg Donezk auf.

In der Umgebung der Stadt waren Schüsse zu hören, in der Nacht hatte es auch Granatfeuer gegeben, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete.

Am Sonntag hatten die Ermittler eine geplante Erkundung des Unglücksorts wegen anhaltender Gefechte aus Sicherheitsgründen absagen müssen. Die Absturzstelle liegt rund 60 Kilometer östlich von Donezk.

Australische Polizisten sind unbewaffnet

Der Vize-Chef der australischen Bundespolizei, Andrew Colvin, hatte vor dem erneuten Versuch am Montag im australischen Fernsehen davor gewarnt, dass sich der Einsatz angesichts der Gefechte zwischen Armee und Rebellen in der Region weiter verzögern könnte.

Colvin beharrte darauf, dass die australischen Polizisten unbewaffnet blieben und sich auf die Ermittlungen vor Ort beschränkten. Die australische Aussenministerin, Julie Bishop, sagte am Sonntag nach ihrer Ankunft in Kiew, es würden keine Schritte unternommen, welche die Ermittler in Gefahr bringen könnten.

Lawrow für Untersuchung durch Uno

Russland forderte Ermittlungen unter der Ägide der Vereinten Nationen. Eine solche Untersuchung sollte möglichst schnell beginnen, sagte der russische Aussenminister Sergej Lawrow in Moskau. «Dafür sollte der Weltsicherheitsrat eine entsprechende Entscheidung treffen», sagte er. Eine Uno-Mission im von Kämpfen erschütterten Gebiet könne die nötige Sicherheit für Ermittlungen garantieren.

Russland gibt der Ukraine die Verantwortung für den Flugzeugabsturz. Die Ukraine dagegen wirft den pro-russischen Separatisten den Abschuss vor.

Malaysia verhandelt über Waffenruhe

Derweil verhandeln Malaysias Diplomaten nach eigenen Angaben über eine Waffenruhe zwischen der ukrainischen Regierung und pro-russischen Milizen. Sie wollen damit sicheren Zugang für Ermittler zum Absturzgebiet des Malaysia-Airlines Flugzeugs in der Ostukraine erreichen.

«Die Verhandlungen dauern an», sagte der Chef des malaysischen Ermittlungsteams, Khairil Hilmi Mokhtar, der staatlichen Nachrichtenagentur Bernama.

Malaysia hatte mit den Rebellen bereits die Übergabe der Blackbox ausgehandelt. Die Malaysier rechnen sich bessere Chancen als westliche Diplomaten bei den Rebellen aus, weil sie jede Schuldzuweisung vermieden haben.

Malaysischer Regierungschef kommt nach Europa

Regierungschef Najib Razak will an diesem Mittwoch selbst nach Europa fliegen, zunächst in die Niederlande. In einer Fernsehansprache am Sonntagabend erinnerte Razak anlässlich des muslimischen Feiertags Eid al-Fitr zum Ende des Fastenmonats Ramadan an die Opfer des Absturzes.

Die Boeing 777 der Malaysia Airlines war am 17. Juli auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur mit 298 Menschen an Bord abgestürzt, darunter 193 Niederländer, 43 Malaysier und 28 Australier. (sda)

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