Swat-Tal: Polizisten bei Anschlag in Pakistan getötet
Aktualisiert

Swat-TalPolizisten bei Anschlag in Pakistan getötet

Bei einem Selbstmordanschlag im pakistanischen Swat-Tal sind mindestens zehn Polizisten getötet worden. Der Attentäter hat sich laut Polizei bei einer Übung in der Stadt Mingora unter die Polizisten gemischt und sich dann in die Luft gesprengt.

Die Polizei wurde am Sonntag nach dem Attentat in Alarmbereitschaft versetzt, sagte der Polizeichef der Region Swat, Qazi Ghulam Farooq. Pakistanische Medien berichteten von bis zu 15 Toten. Zahlreiche Sicherheitskräfte wurden verletzt. Bislang bekannte sich niemand zu der Tat.

Die Swat-Region, einst ein beliebtes Feriengebiet in Pakistan, war unter Taliban-Anführer Maulana Fazlullah unter den Einfluss der Islamisten geraten. Die Armee versucht seit April mit einer Grossoffensive die Region wieder unter Kontrolle zu bringen.

Am Samstag töteten pakistanische Truppen mindestens 18 Aufständische. Sechs von ihnen bereiteten sich angeblich auf Selbstmordanschläge vor.

USA macht Pakistan Vorwürfe

Die US-Regierung hat Pakistan laut «New York Times» Ende Juni schwere Vorwürfe gemacht, wonach bestimmte Abwehrraketen für Kämpfe auf See so manipuliert worden seien, dass sie auch für Angriffe auf Ziele an Land geeignet sind.

Die Waffen könnten zur Bedrohung für Indien werden, berichtete die Zeitung am Samstagabend. Weil die Manipulation der sogenannten Schiffszielflugkörper vom Typ «Harpune» möglicherweise gegen US- Gesetze für die Rüstungskontrolle verstosse, habe Washington bereits Ende Juni eine diplomatische Protestnote an Pakistans Regierungschef Yousuf Raza Gilani gesandt.

Die Zeitung berief sich dabei auf ranghohe Vertreter der US- Regierung und des Kongresses. Dem Bericht zufolge wurden die Abwehrraketen zur Zeit des Kalten Krieges in den 80er Jahren an Pakistan verkauft.

Vorwürfe zurückgewiesen

Die Regierung in Islamabad wies die Vorwürfe der Manipulation demnach zurück und erklärte, die Raketen selbst entwickelt zu haben. Die US-Vorwürfe basieren laut «New York Times» auf Geheimdienstinformationen, nach denen ein verdächtiger Raketentest am 23. April darauf hindeutete, dass das Land über eine neue Angriffswaffe verfügt.

Dem Bericht zufolge wirft die Regierung von US-Präsident Barack Obama Pakistan zudem vor, ein für militärische Aufklärung auf See bestimmtes Flugzeug aus US-Herstellung für Angriffe an Land umgerüstet zu haben.

(sda)

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