Fehlende Regelung: Polizisten dürften im Dienst CBD-Joints rauchen
Aktualisiert

Fehlende RegelungPolizisten dürften im Dienst CBD-Joints rauchen

Rund um den CBD-Konsum gibt es viele ungeklärte Fragen, etwa: Darf man danach noch fahren? Viele Transportunternehmen kennen klare Regeln. Nicht so die Kapo Bern und Solothurn.

von
sul
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Das legale Gras boomt: Sogar Coop bietet mittlerweile CBD-Zigis an.

Das legale Gras boomt: Sogar Coop bietet mittlerweile CBD-Zigis an.

Claudia Link
Während öffentliche Transportunternehmen wie die SBB, der RBS und Bernmobil ihren Mitarbeitern den Konsum von CBD verbieten...

Während öffentliche Transportunternehmen wie die SBB, der RBS und Bernmobil ihren Mitarbeitern den Konsum von CBD verbieten...

Keystone/Christian Beutler
...gibt es bei den Kantonspolizeien Bern und Solothurn derzeit keine entsprechende Regelung.

...gibt es bei den Kantonspolizeien Bern und Solothurn derzeit keine entsprechende Regelung.

Keystone/Peter Klaunzer

CBD-Cannabis macht nicht high, unterliegt nicht dem Betäubungsmittelgesetz und ist legal erhältlich – mittlerweile sogar bei Coop. Soweit, so klar. Im alltäglichen Leben herrscht indes viel Konfusion rund um das beruhigende Kraut. Einerseits lässt es sich von blossem Auge nicht von illegalem Cannabis unterscheiden. Andererseits sind wichtige Fragen ungeklärt, allen voran: Darf man nach der CBD-Zigi noch fahren? Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) jedenfalls rät davon ab. Dem Ratschlag des Bundes folgen insbesondere öffentliche Transportunternehmen. Lokführern beziehungsweise Buschauffeuren von SBB, RBS und Bernmobil ist es etwa untersagt, im Dienst CBD zu konsumieren.

«Kein Zeitdruck» bei der Kapo

Anders sieht es bei den Ordnungshütern aus: Zumindest theoretisch dürfen sich Polizisten der Kantonspolizei Bern während der Arbeit eine CBD-Zigi oder einen CBD-Joint anstecken. In deren Dienstbefehl ist der Konsum des legalen Hanfs nämlich nicht explizit erwähnt, wie die «Berner Zeitung» schreibt. Wie Kapo-Sprecherin Regina Aeberli auf Anfrage von 20 Minuten verlauten liess, sei die Regelung des CBD-Konsums im Dienstbefehl zwar «Gegenstand von Diskussionen und Abklärungen», Zeitdruck bestehe indes aber nicht. «Die Vorschriften bezüglich des eigenen Auftrittes und des Rauchens würden einen allfälligen Konsum bereits stark einschränken», begründet Aeberli (siehe Infobox). Die Polizisten seien sich der Wirkung ihres Auftrittes zudem «äusserst bewusst» und würden über ein «grosses Wissen in Bezug auf die Thematik CBD» verfügen.

Postauto und BLS haben (noch) keine Regelung

Auch die Kantonspolizei Solothurn kennt keine entsprechende Regelung in ihrem Dienstreglement. Dies, weil es sich bei CBD um ein Produkt handle, «das nicht dem Betäubungsmittelgesetz untersteht und legal erworben und konsumiert werden kann, wie zum Beispiel Zigaretten», sagt Mediensprecher Bruno Gribi.

Doch auch im Transportwesen gibt es nicht überall klare Vorschriften zum CBD-Konsum. Bei Postauto gibt es aktuell keine Regelung, Bestrebungen seien allerdings im Gang, wie die «Berner Zeitung» weiter schreibt. Bei der BLS ist zwar derzeit keine Zusatzregelung in Sicht. «Wir beobachten aber die öffentliche Diskussion und halten uns an die geltenden gesetzlichen Bestimmungen», so das Unternehmen.

Rauchen und Trinken bei der Kapo Bern

Der Dienstbefehl der Kantonspolizei Bern hält Regelungen in Bezug auf legale Substanzen wie Alkohol und Nikotin fest. Der Konsum von Alkohol ist während des Dienstes grundsätzlich untersagt. Auch müssen Polizisten ihren Dienst nüchtern antreten. Rauchen ist am Arbeitsplatz, in öffentlich zugänglichen Innenräumen und in Dienstfahrzeugen verboten. Auf Patrouille sind Zigaretten zwar nicht explizit untersagt, aber: «Polizisten haben klare Vorschriften in Bezug auf den Auftritt in der Öffentlichkeit und sind sich der Wirkung ihres Auftrittes äusserst bewusst», so Kapo-Sprecherin Regina Aeberli.

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