Luzern: Polizisten gehen jetzt mit Tasern auf Patrouille

Aktualisiert

LuzernPolizisten gehen jetzt mit Tasern auf Patrouille

Achtung, Verbrecher: Die Luzerner Polizei wird euch auch bei Festnahmen wenn nötig mit Tasern ausser Gefecht setzen. Die Polizisten machen vorher den Selbsttest.

von
mme
Ein Teaser, wie ihn die Luzerner Polizei neu auf Patrouillendiensten einsetzt.

Ein Teaser, wie ihn die Luzerner Polizei neu auf Patrouillendiensten einsetzt.

Luzerner Polizei

Die Luzerner Polizei rüstet auf: Sie hat neue Taser beschafft, die schon ab Donnerstag im Patrouillendienst zum Einsatz kommen.

Bislang musste die Polizei eigens sogenannte «Spezialisten der Intervention Destabilisierungsgeräte (DSG)» aufbieten, wenn sie einen Tasereinsatz als nötig errachtete, heisst es in einer Mitteilung. Allerdings: «Dies war oft nicht zeitgerecht möglich.»

Wirksam bei Festnahmen

Neu will die Polizei die Taser deshalb schneller und flächendeckender zur Hand haben, zumal man bisher gute Erfahrungen gemacht habe: «Meistens konnten Konfrontationen mit Gewalt bereits mit der verbalen Androhung Taser beendet werden.» Laut Polizeisprecher Kurt Graf werden rund 20 neue Geräte angschafft, «die so auf die Patrouillen verteilt werden, dass wir immer gut ausgerüstet innert nützlichen Frist vor Ort sein können».

Polizisten, die ab Donnerstag mit Taser auf Patrouille gehen, werden dafür ausgebildet. «Wir empfehlen ihnen, im Rahmen der Ausbildung auch einen Selbsttest zu machen. Das ist keine Pflicht, aber viele Polizistinnen und Polizisten machen es», sagt Graf. Je nach Typ würden die Testpersonen ganz anders reagieren: «Die einen sacken zusammen, andere reissen die Augen auf. Bei allen aber steht der ganze Körper unter enormen Stress uns ist destabilisiert.» Dies höre sofort auf, wenn der Stromstoss weg ist.

Eingesetzt werden die Destabilisierungsgeräte, wenn die Einsatzkräfte mit Gewalt von gefährlichen Personen konfrontiert werden und der Einsatz einer Schusswaffe nicht verhältnismässig seien. Graf: «Sie schliessen die Lücke zwischen Pfefferspray, Polizeimehrzweckstock und Schusswaffe.» Von den neuen Geräten erhoffen man sich mehr Sicherheit bei Einsätzen mit Gewalt.

Getroffene sind fünf Sekunden handlungsunfähig

Taser können auf kurze Distanz zwei kleine Pfeile abschiessen, die mit feinen Drähten mit der Abschusspistole verbunden sind. Über diese kann auf den getroffenen Körper fünf oder mehr Sekunden eine Spannung mit rund 50'000 Volt und 0,0013 Ampère abgegeben werden. «Dies bewirkt, dass eine getroffene Person während dieser Zeit handlungsunfähig bleibt. Diese Zeit reicht aus, um eine gewaltbereite oder gefährliche Person festzunehmen und in Handschellen zu legen», schreibt die Polizei. Getroffene Personen würden nach der Festnahme medizinisch betreut. Und: «Jeder Einsatz wird zudem protokolliert.»

Deine Meinung