«Polizisten» helfen Enkeltrickbetrüger
Aktualisiert

«Polizisten» helfen Enkeltrickbetrüger

Die Enkeltrickbetrüger lassen sich etwas Neues einfallen: Um die persönlichen Umstände eines möglichen Opfers auszuspionieren, ruft ein falscher Polizist an.

Die Kantonspolizei Basel-Stadt warnt vor der Masche. In den vergangen Tagen hätten mehrere Personen im Kanton Anrufe eines Mannes erhalten, der sich als Polizist ausgab, hiess es am Samstag in einem Communiqué. Der «Polizist» erkundigte sich unter dem Vorwand, Auskünfte über Enkeltrickbetrüger einzuholen, nach den persönlichen Verhältnissen der Angerufenen.

Ein echter Polizist fragt nicht nach Geld

Insbesondere interessierte er sich für die Vermögensverhältnisse und die Wohnsituation. Wie Polizeisprecher Peter Gill gegenüber der Nachrichtenagentur SDA sagte, würde ein echter Polizist so etwas nie tun.

Sobald ein «Polizist» frage, ob die angerufene Person alleine lebe und ob Geld im Haus sei, gebe es nur eines: Nummer 117 wählen und die Polizei anrufen. Extrem wichtig sei es auch, sämtliche Auskünfte zu verweigern.

88-Jährige um 65 000 Franken betrogen

Ob das neueste Opfer des Enkeltrickbetrugs mit der Polizistenmasche über den Tisch gezogen wurde, muss die Polizei noch abklären. Eine allein lebende 88-Jährige übergab am Freitag einem Enkeltrickbetrüger 65 000 Franken.

Zur Erinnerung: Die Enkeltrickbetrüger kontaktieren ihre Opfer telefonisch und geben sich als Verwandte oder Bekannte in Not oder vor einem Liegenschaftskauf aus. Sie bitten um ein kurzfristiges Darlehen, das sie noch gleichentags am Wohnort des Opfers abholen wollen.

Kurz vor der Übergabe erfolgt ein weiterer Anruf, der Terminprobleme vorgauckelt. Eine Vertrauensperson hole das Geld ab. Bei der Übergabe unterschreibt diese Vertrauensperson dann artig eine Quittung - und verschwindet mit dem Geld auf Nimmerwiedersehen.

(sda)

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