Aktualisiert 03.11.2009 13:15

Polizisten mit Flaschen attackiert

Beim Zürcher
Silvesterzauber stiessen
200000 Menschen gemeinsam
auf das neue Jahr an. Die Party
wurde jedoch von einem
brutalen Angriff auf Polizisten
überschattet.

Silvesterzauber-Organisator Thomas Irniger zieht eine positive Gesamtbilanz. Die Neuausrichtung des Anlasses – weg vom jungen Partyvolk, hin zu einem durchmischteren Publikum – habe funktioniert: «Auf dem Hechtplatz, wo volkstümliche Musik gespielt wurde, haben drei Generationen friedlich miteinander gefeiert», so Irniger. Der Aufruf der Stadtpolizei, auf dem Festgelände kein eigenes Feuerwerk abzubrennen, wurde jedoch nicht konsequent befolgt: «Bis Mitternacht hatte man den Eindruck, dass sich die Besucher daran halten würden, doch danach wurden doch noch zahlreiche Raketen gezündet», so Irniger.

Zu einem unschönen Zwischenfall kam es zwanzig Minuten nach Mitternacht: Eine Gruppe junger Männer startete mit einem Vandalenakt ins neue Jahr und demolierte ein Tramhäuschen am Bellevue.

Als eine Stapo-Patrouille eingreifen wollte, wurden die Beamten mit Flaschen beworfen. Drei der attackierten Polizisten mussten mit Kopfverletzungen ins Spital – der letzte konnte es laut Stapo-Sprecherin Susann Birrer erst gestern wieder verlassen. Insgesamt hatte die Polizei nach Mitternacht auf dem Stadtgebiet 117 Einsätze – mehrheitlich wegen Streitigkeiten.

Marco Lüssi

Mehrere Verletzte

Trotz der grossen Menschenmenge gab es beim Zürcher Silvesterzauber keine Verletzungen durch Feuerwerk. Anders in Winterthur: Dort erlitten laut Kapo ein 19- und ein 21-Jähriger Verbrennungen, als sie eine vier Meter lange Schwarzpulver-Spur legten. In Rapperswil wurde ein Ehepaar von einer Rakete im Gesicht verletzt, die sie aus dem Ständer eines Sonnenschirms abgefeuert hatten.

Aufräumhilfe

Die Silvesterparty in der Zürcher Innenstadt bereitete Entsorgung + Recycling Zürich (ERZ) viel Arbeit: Insgesamt wurden bis um 10 Uhr am Neujahrstag 23,5 Tonnen Abfall und 4 Tonnen Glas weggeräumt. Dabei wurden die 90 ERZ-Angestellten von 50 jugendlichen Helfern unterstützt: Diese stammten von der Ahmadiyya-Bewegung des Islams in der Schweiz und wollten so einen positiven Beitrag für Zürich leisten.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.