Verhaftung von Moncton-Rambo: Polizisten-Mörder: «Jetzt bin ich erledigt»
Aktualisiert

Verhaftung von Moncton-RamboPolizisten-Mörder: «Jetzt bin ich erledigt»

Aufatmen in der kanadischen Kleinstadt Moncton: Der Polizisten-Mörder ist endlich gefasst. Die Bewohner dürfen jetzt ihre Häuser wieder verlassen.

von
dia

Die kanadische Polizei hat am Freitag einen Mann festgenommen, der drei Polizisten erschossen und zwei weitere Beamte verletzt haben soll.

Polizeisprecher Paul Green teilte mit, der 24-Jährige sei kurz nach Mitternacht (Ortszeit)verhaftet worden. Seit den Schüssen vom Mittwochabend in der Ostküstenstadt Moncton war eine Grossfahndung nach dem Verdächtigen gelaufen. Einwohner waren aufgefordert worden, ihre Häuser und Wohnungen nicht zu verlassen.

Das Motiv des Schützen blieb zunächst unklar. Die Polizisten waren am Mittwochabend (Ortszeit) alarmiert worden, weil im Norden von Moncton ein bewaffneter Mann gesehen wurde. Drei der ausgerückten Polizisten wurden getötet, zwei weitere verletzt. Der Dreifachmord war der schwerwiegendste, seit ein Farmer 2005 in der Provinz Alberta vier Beamten getötet hatte.

Im Garten festgenommen

Michelle Thibodeau, Einwohnerin der rund 60'400 Einwohner zählenden Kleinstadt, sagte, sie habe gesehen, wie der Mann vor ihrem Garten festgenommen worden sei. Sie habe gehört, wie der Verdächtige kurz vor der Festnahme gesagt habe, jetzt sei er erledigt. Nachbarn beschrieben den Verdächtigen als zurückhaltenden Mann, der Waffen gesammelt habe. Er habe als begeisterter Jäger gegolten.

Der Verdächtige war mit leistungsstarken Schusswaffen ausgerüstet. Er war am Donnerstag dreimal entdeckt worden, konnte aber immer wieder entkommen. Schwer bewaffnete Polizisten hatten die Strassen in der Kleinstadt abgesucht. Auch die umliegenden Wälder durchstreiften die Beamten. Insgesamt waren mehrere hundert Beamte im Einsatz. Der 24-Jährige, den die Polizei mit Namen identifizierte, trug einen militärischen Tarnanzug und zwei Gewehre.

Bewohner mussten zu Hause bleiben

Die Grossfahndung legte das öffentliche Leben in dem sonst so beschaulichen Moncton fast völlig lahm. Schulen und Verwaltungsgebäude blieben geschlossen, der städtische Busverkehr wurde eingestellt, auf den Strassen waren gepanzerte Einsatzwagen der Polizei zu sehen. Die Behörden riefen die Einwohner auf, zu Hause zu bleiben.

Derartige Schiessereien sind in Kanada, insbesondere an der Ostküste, extrem selten. Der Vierfachmord in Alberta 2005 war der schwerste Fall von Gewalt gegen die Polizei in 120 Jahren. In Moncton hat es dieses und vergangenes Jahr noch keinen einzigen Mord gegeben - bis zu dem dreifachen Polizistenmord. (dia/sda)

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