Kundgebung in Bern – Polizist schlägt auf Corona-Demonstranten ein
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Kundgebung in BernPolizist schlägt auf Corona-Demonstranten ein

Auf Social Media kursiert ein Video, das eine Verhaftung während der Corona-Demo vom Donnerstag zeigt. Man habe «Schmerzreize» eingesetzt, wie eine Polizeisprecherin sagt.

von
Noah Knüsel

Hier schlagen Polizisten auf einen Demonstranten ein.

Quelle: Twitter/@LIVE1TV

Darum gehts

  • An der Corona-Demo in Bern wurde eine Person angehalten. Weil sie sich widersetzte, setzten die Polizisten «Schmerzreize», wie es heisst.

  • So löse sich die Muskelspannung und man könne etwa den Arm auf den Rücken führen, um Handschellen anzulegen, sagt Polizeisprecher Christoph Gnägi.

  • «Das Ziel bei solchen Techniken ist immer, die Situation möglichst schnell unter Kontrolle zu bringen», so Gnägi weiter.

Mehrere Hundert Personen demonstrierten am Donnerstag in Bern gegen die Corona-Massnahmen. Die Kundgebung war nicht bewilligt, die Polizei ging mit Gummischrot und Wasserwerfern gegen die Demonstranten und Demonstrantinnen vor. Ein Video zeigt nun, wie ein Mann während der Kundgebung verhaftet wird. Mehrere Polizistinnen und Polizisten in Vollmontur stehen um den am Boden liegenden Mann herum und schlagen ihn mehrmals.

Isabelle Wüthrich, Sprecherin der Polizei Bern, bestätigt gegenüber 20 Minuten, dass das Video von der Demo am Donnerstag stammt. «Der Mann ging trotz Mitteleinsatz auf die Polizeisperre zu und trug eine Schutzbrille.» Seine Absichten seien den anwesenden Polizistinnen und Polizisten nicht klar gewesen – auch, weil der Mann seine Hände in den Hosentaschen hatte. Weitere Videos, die auf Social Media aufgetaucht sind, bestätigen diesen Sachverhalt.

Darum habe man entschieden, den Mann zu überwältigen, so Wüthrich weiter: «Weil er sich widersetzte, mussten Schmerzreize gesetzt werden.» Man habe den Mann für weitere Abklärungen in die Polizeiräumlichkeiten mitgenommen. Mittlerweile sei er wieder auf freiem Fuss, müsse aber mit einer Anzeige rechnen.

«Risiko gering halten»

«Es gibt verschiedene Techniken, wenn sich jemand der Anhaltung widersetzt», sagt Polizeisprecher Christoph Gnägi weiter. «Eine davon ist, einen lokalen Schmerzreiz zu setzen.» So löse sich die Muskelspannung und man könne etwa den Arm auf den Rücken führen, um Handschellen anzulegen.

«Das Ziel bei solchen Techniken ist immer, die Situation möglichst schnell unter Kontrolle zu bringen», so Gnägi. So könne das Risiko für alle Beteiligten möglichst gering gehalten werden.

Vier Personen werden angezeigt

Insgesamt habe die Polizei 80 Personen weggewiesen, wie es in einer Mitteilung heisst. Zudem wurden neun Personen für Kontrollen in die Polizeiräumlichkeiten gebracht, alle wurden aber im Verlauf der Nacht wieder entlassen. Vier Personen müssen mit einer Anzeige rechnen, so die Polizei weiter. Ein Polizist sei verletzt worden.

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