Zentralschweiz: Polizisten schützen sich mit Brillen gegen Laser
Aktualisiert

ZentralschweizPolizisten schützen sich mit Brillen gegen Laser

Die Zentralschweizer Polizeikorps spannen zusammen und rüsten auf: Die Ordnungshüter tragen neu etwa Laserschutzbrillen.

von
Noah Knüsel
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Die neue Schutzweste ist schlag- und stichfest, zudem sind die Stoffe flammhemmend. Die Schutzbekleidung soll bequemer und damit angenehmer für lange Einsätze sein.

Die neue Schutzweste ist schlag- und stichfest, zudem sind die Stoffe flammhemmend. Die Schutzbekleidung soll bequemer und damit angenehmer für lange Einsätze sein.

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Auch Laserschutzbrillen wurden angeschafft. «Sie sind aus Kunststoff und ähneln Sportbrillen», erklärt Adelrich Camenzind, entsprechender Projektleiter der Zentralschweizer Polizeikorps.

Auch Laserschutzbrillen wurden angeschafft. «Sie sind aus Kunststoff und ähneln Sportbrillen», erklärt Adelrich Camenzind, entsprechender Projektleiter der Zentralschweizer Polizeikorps.

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Weiter zum Vollschutz beim polizeilichen Ordnungsdienst gehören: Helm mit Visier, Handschuhe, Schild, Schutzmaske,...

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Die Polizei modernisiert in der ganzen Zentralschweiz ihre Ausrüstung für den Ordnungsdienst: «Die Beschaffung war nötig, weil die alte Ausrüstung den heutigen Sicherheitsansprüchen nicht mehr genügte», heisst es in einer Mitteilung vom Dienstag. Die neue Schutzbekleidung ist flammhemmend und am Oberkörper schlag- und stichfest. Auch Laserschutzbrillen wurden in den Polizeikorps neu angeschafft.

«Es hat bereits Vorfälle gegeben, wo Personen mit Laserattacken Polizeieinsätze behindern wollten», sagt Kurt Graf, Sprecher der Luzerner Polizei, auf Anfrage. Da könne es sehr schnell gefährlich werden. «Die neuen Brillen sind aus Kunststoff gefertigt und ähneln Sportbrillen», erklärt Adelrich Camenzind, entsprechender Projektleiter der Zentralschweizer Polizeikorps. Sie würden die Laserstrahlen absobieren.

«Polizisten in Vollmontur können provozierend wirken»

Allgemein unterscheidet man laut Graf zwischen friedlichem und unfriedlichem Ordnungsdienst: «Zu Letzterem zählen Einsätze, bei denen man mit Angriffen auf die Polizei rechnen muss, etwa Hochrisiko-Fussballspiele oder Demos mit Gewaltpotenzial. Dort sind Einsatzkräfte in Vollmontur vor Ort.» Unter friedlichen Ordnungsdienst fallen beispielsweise das Lenken von Besucherströmen an Veranstaltungen oder das Sperren von Verkehrsachsen bei bewilligten friedlichen Demos. «Dort sind die Polizisten ohne Schild, Schoner und Helm im Einsatz», erklärt Graf.

Ganz klar sei das aber selten abzugrenzen, so Graf weiter: «Polizisten in Vollmontur können auf bestimmte Gruppen provozierend wirken.» Daher sei meist nur ein Teil des Ordnungsdienstes sichtbar. Weitere Gruppen halten sich in der Nähe bereit, falls die Lage eskalieren sollte: «Als Erstes setzen wir immer deeskalierende Elemente ein.»

Solche Einsätze können laut Graf durchaus einen ganzen Arbeitstag dauern. Daher sei die neue Ausrüstung möglichst bequem und darauf ausgelegt, lange getragen werden zu können. Je nach Ausrüstung und Körperbau des Polizisten wiegt die neue Ordnungsdienst-Vollmontur zwischen 10 und 18 Kilo. Für die normalen Streifenpolizisten ändert sich nichts: «Deren Uniform und Ausrüstung bleibt identisch.»

Spuckhauben haben sich bewährt

Bereits im Frühjahr 2016 hat die Luzerner Polizei Spuckhauben angeschafft. «Angespuckt zu werden ist etwas vom Unangenehmsten. Und es kann auch eine Gefahr darstellen, bei übertragbaren Krankheiten beispielsweise.» Die Hauben kämen aber nicht bei jeder Lappalie zum Einsatz. «Wenn eine Situation aber eskaliert, dann dienen sie dem Selbstschutz der Polizisten.» Beim Verband der Luzerner Polizei ist man über die modernere Ausrüstung erfreut: Man begrüsse es, dass die Polizisten dadurch im Einsatz besser geschützt werden, heisst es auf Anfrage.

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