Polizisten wollen humane Drogenpolitik
Aktualisiert

Polizisten wollen humane Drogenpolitik

Der Verband Schweizerischer Polizeibeamter (VSPB) erwartet vom Parlament eine «zügige und mutige Behandlung» der Revision des Betäubungsmittelgesetzes. Er verurteilt Rufe nach mehr Repression in der Drogenpolitik.

Der VSPB stehe für eine Sucht- und Drogenpolitik, die die Menschenwürde aller Betroffener ins Zentrum stelle, heisst es in einem Communiqué vom Montag. Dieses Problem müsse ohne Emotionen seiner Lösung zugeführt werden.

Jüngste Verlautbarungen zu Sucht- und Drogenfragen wollten der Öffentlichkeit einreden, die Drogenpolitik sei gescheitert, es brauche deutlich mehr Repression auch gegen Konsumierende, die politisch links stehende Sozialarbeit müsse endlich von den «Rechten» zurückgestutzt werden, «und ähnlich Fragwürdiges mehr».

Gegen «populistische Sprüche»

Solche und weitere populistische Sprüche seien weitherum verbreitet. Diese sollten bewusst auf allen Stufen der Bevölkerung Angst und Schrecken verbreiten. «So weit darf es nicht kommen», warnt der VSPB.

Politisch geschürte Emotionen und Vorurteile seien wenig hilfreich in einer Diskussion, die Anstand, Ehrlichkeit und spezifisches Fachwissen verlange. Spätestens seit 1994 sei die Repression ein akzeptiertes und gut eingebundenes Element der Schweizer Drogenpolitik.

Hochrangige Polizeioffiziere der meisten Polizeikorps stünden hinter der pragmatischen nationalen 4-Säulen-Drogenpolitik des Bundesrates. Die Polizei wolle jedoch nicht länger als «letztes Mittel» einer auch aus suchtpräventiver Sicht unzulänglichen Jugend- , Arbeits- und Familienpolitik herhalten müssen.

(sda)

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