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Regionalgericht Bern Polizisten zogen Mann durch Urin – verurteilt

Zwei Berner Polizisten sind wegen Amtsmissbrauch verurteilt worden, weil sie einen Mann auf der Wache misshandelten. Die Einzelrichterin brummte ihnen eine bedingte Geldstrafe auf.

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sda / miw
Das Urteil im Amtshaus wurde gefällt: Die Polizisten sind schuldig.

Das Urteil im Amtshaus wurde gefällt: Die Polizisten sind schuldig.

Das Urteil steht nun fest: Weil zwei Polizisten einen Mann auf der Wache geschlagen und durch den Urin geschleift haben, wurden sie am Mittwochnachmittag zu Geldstrafen verurteilt. Die bedingten Geldstrafen belaufen sich auf 80 beziehungsweise 40 Tagessätze, ausmachend 8800 und 4000 Franken.

Diese müssen die Ordnungshüter aber nur bezahlen, wenn sie innerhalb einer festgelegten Probezeit erneut gegen Gesetze verstossen.

Obwohl ein renitenter Mann auf der Berner Bahnhofswache auf den Boden uriniert hatte, seien die Polizisten zu weit gegangen, findet das Regionalgericht Bern: Der eine Polizist habe den Mann zu Boden gedrückt und durch die Urinpfütze geschleift, sagte Einzelrichterin Bettina Bochsler bei der Urteilsbegründung. Der andere Polizist habe die Jacke des Mannes in die Pfütze gelegt.

Die beiden Polizisten hatten diese Vorwürfe stets zurückgewiesen. Sie gaben an, sie seien im Rahmen des Erlaubten gegen den um sich fuchtelnden und sie bedrängenden Mann vorgegangen.

Festgenommener freigesprochen

Der aufsässige Mann selbst war wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte ebenfalls angeklagt, wurde aber freigesprochen. Zahlreiche Kollegen der beiden Polizisten verfolgten die Urteilseröffnung im Amthaus.

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