Aktualisiert 14.11.2011 15:35

Gesuchte stellt sichPolizistenmord in Heilbronn scheint geklärt

Der Mord an einer Polizistin in Süddeutschland ist aufgeklärt. Davon geht zumindest der Generalstaatsanwalt aus. Kurz zuvor hatte sich die Gesuchte Beate Z. gestellt.

Polizisten müssen ihre getötete Kollegin zu Grabe tragen.

Polizisten müssen ihre getötete Kollegin zu Grabe tragen.

Er gehe davon aus, dass der Mord von einer Gruppe um zwei kürzlich tot aufgefundene mutmasslichen Bankräuber aus Thüringen sowie der 36-jährigen Frau aus Sachsen begangen wurde. Das sagte der Stuttgarter Generalstaatsanwalt dem Südwestrundfunk (SWR). Dafür sprächen die Gesamtumstände, vor allem der Besitz der Dienstwaffen der Polizisten.

«Solche Waffen gibt man nicht weiter», sagte er. Das Motiv vermutet er im Bereich der Beschaffungskriminalität. Baden-Württembergs Innenminister Reinhold Gall warnte jedoch vor voreiligen Schlüssen. Von einem Durchbruch könne noch keine Rede sein, man sei aber «nah dran», sagte Gall.

Mord im Jahr 2007

Die Polizistin war am 25. April 2007 auf einer Heilbronner Festwiese mit einem Kopfschuss getötet worden. Ihr damals 24-jähriger Kollege lag wochenlang im Koma. Seitdem gab es reichlich Mutmassungen über die Täter und Hintergründe. Vermutet worden waren unter anderem eine Osteuropäische Mafia, ein Racheakt oder Neonazis.

Zwei mutmassliche Bankräuber konnten die Ermittler jetzt posthum zur Lösung des Falles führen. In einem ausgebrannten Wohnmobil der Männer wurden die geraubten Waffen der Heilbronner Polizisten entdeckt. Zuvor hatten sich die Verdächtigen laut Polizei selbst erschossen.

Verbindungen zur Nazi-Szene?

Die mutmasslichen Bankräuber führten die Ermittler auf die Spur der 36 Jahre alten Frau, die in Zwickau (Sachsen) mit ihnen zusammenwohnte. Die Frau stellte sich am Dienstag der Polizei in Thüringen und wurde festgenommen. Sie soll nach Polizeiangaben mehrere Alias-Namen benutzen. Über Kontakte zur Neonazi-Szene wird spekuliert.

Die Polizei in Augsburg prüft derweil, ob es eine Verbindung zum Mord an einem 41-jährigen Hauptkommissar in Augsburg am 28. Oktober gibt. Das sei «eine Spur von vielen», sagte ein Sprecher. (dapd)

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