Terroralarm in Frankreich - Erstochene Polizistin war Mutter von zwei Kindern
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Terroralarm in FrankreichErstochene Polizistin war Mutter von zwei Kindern

In einer Polizeistation in Frankreich hat ein Mann eine Polizistin mit einem Messer tödlich verletzt. Sie hinterlässt zwei Kinder. Der Täter, ein Tunesier, wurde erschossen. Die Antiterror-Behörde ermittelt.

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Ein Mann griff in Rambouillet eine Polizistin mit einem Messer an.

Ein Mann griff in Rambouillet eine Polizistin mit einem Messer an.

REUTERS
Die Frau kam dabei ums Leben.

Die Frau kam dabei ums Leben.

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Der Angreifer wurde erschossen.

Der Angreifer wurde erschossen.

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Darum gehts

  • Eine unbewaffnete Mitarbeiterin der französischen Polizei ist an ihrem Arbeitsort erstochen worden. Sie hinterlässt zwei Kinder (13 und 18).

  • Der Angreifer, ein Tunesier, wurde erschossen.

  • Die Antiterror-Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen.

Am Freitag um 14.20 Uhr hat ein Mann im Kommissariat von Rambouillet, einer Kleinstadt rund 50 Kilometer südwestlich von Paris, eine 49-jährige Mitarbeiterin der Polizei mit einem Messer attackiert. Die Frau wurde dabei so schwer verletzt, dass sie, trotz Reanimation durch Feuerwehrleute, noch vor Ort ihren Verletzungen erlag. Offenbar war die Frau, eine unbewaffnete administrative Mitarbeiterin der Polizei, mit zwei Stichen am Hals verletzt worden. Die Polizei riegelte die Umgebung des Tatorts weiträumig ab. Auch die Feuerwehr und Sanitäter waren im Einsatz.

Der Angreifer, laut bei ihm gefundenen Papieren ein 36-jähriger Mann mit tunesischer Staatsangehörigkeit, sei daraufhin von Kollegen der Polizistin mit zwei Schüssen getötet worden, berichtet «Le Parisien». Er habe sich seit 2009 im Land aufgehalten. Sein Aufenthaltsstatus wurde 2019 offiziell. Offenbar hatte sich der Mann vor der Tat vor der Wache «auffällig verhalten». Zu Medienberichten, gemäss denen der Angreifer während der Tat «Allhu akhbar» gerufen habe, wollte sich der zuständige Staatsanwalt nicht äussern. Den Behörden war der Lieferwagenfahrer zuvor nicht bekannt.

Wie am Abend bekannt wurde nahmen Ermittler später drei Personen aus dem Umfeld des Täters fest. Es ist bei Terrorermittlungen in Frankreich üblich, dass Menschen aus dem Umfeld von Verdächtigen für Befragungen in Polizeigewahrsam genommen werden.

Opfer Stephanie M. ist zweifache Mutter

«Die Republik hat gerade eine ihrer Alltagsheldinnen verloren – bei einer barbarischen und unendlich feigen Tat», schrieb Premier Jean Castex am Freitagnachmittag auf Twitter. Das Opfer Stephanie M. war Mutter zweier Kinder im Alter von 18 und 13 Jahren, arbeitete am Empfang des Kommissariats. Sie war laut bfmtv.com kurz aus dem Haus gegangen, um die Parkscheibe nachzustellen, und kehrte gleichzeitig mit dem Attentäter ins Gebäude zurück.

Die Hintergründe des Vorfalls waren zunächst unklar. Die Antiterror-Staatsanwaltschaft hat aber mittlerweile die Ermittlungen übernommen. Die Polizei äusserte sich auf Nachfrage nicht zum Vorfall. Castex reiste am Nachmittag zum Tatort.

Macron: «Geben nicht klein bei»

Er sei in Gedanken bei der gestorbenen Polizistin und habe grosse Wut, sagte Philippe Benassayam, Abgeordneter aus der Region, im französischen Fernsehen. «Die Polizei ist unter Beschuss. Sie muss wirklich beschützt werden, denn die Angriffe sind konstant, regelmässig und alltäglich.» Die Präsidentin der Pariser Grossraumregion Ile de France, Valérie Pécresse, sagte dem Fernsehsender BFM-TV, es gebe weiter eine «starke Bedrohung» gegen die Polizei in Frankreich.

«Im Kampf gegen den islamistischen Terrorismus geben wir nicht klein bei», sagte Präsident Emmanuel Macron nach der Bluttat. Im Oktober wurde ganz in der Nähe der Lehrer Samuel Paty von einem Islamisten brutal ermordet – er wurde enthauptet.

Immer wieder gibt es in Frankreich Angriffe auf die Polizei. Im Herbst 2019 tötete ein Angestellter im Polizeihauptquartier in Paris vier seiner Kollegen mit einem Messer. Die Ermittler gehen von einem Terrorhintergrund aus. 2017 tötete ein Mann auf der Pariser Nobelstrasse Champs-Élysées einen Beamten und verletzte zwei weitere. Der IS reklamierte die Tat für sich. Frankreichs Mitte-Regierung will mit einem neuen Sicherheitsgesetz mehr Schutz für die Ordnungskräfte im Land bieten.

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Online- und Einzelchatberatung für Frauen, Männer, Jugendliche und Kinder

Lilli.ch, Onlineberatung für Jugendliche

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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(dpa/trx)

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