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Interview«Polo ist Legende, ich bin ein Rapper von nebenan»

Mit über 20000 verkauften CDs von «Nur so am Rand» holt sich die Sektion Kuchikäschtli als erste Schweizer Hip-Hop-Crew eine goldene Schallplatte. 20 Minuten unterhielt sich mit Rapper Rennie (26).

Rennie, warum seid gerade ihr die erste Formation, der das Gold-Kunststück gelingt?

Rennie: (Überlegt) Das Video zur Single «I han» hat uns enorm geholfen. Das wurde von Anfang an viel gespielt. Natürlich ist die Platte gut produziert… Und dennoch: Vor dem Album-Release habe ich mit 5000 verkauften CDs gerechnet. Dass Gold daraus wird, hätte ich nie gedacht.

Was bedeutet dir die Auszeichnung persönlich?

Rennie: Diese Auszeichnung ist ein Zückerchen zum Tour-Abschluss. Klar, macht sie mich auch stolz. Das heisst aber nicht, dass ich mir die Scheibe übers Bett hänge (lacht).

Du erreichst mit deinen Reimen wie kein anderer die Schweizer Jugend. Ist das belastend oder motivierend?

Rennie: Der Gedanke, dass ich ein grosses Publikum erreiche, macht mir eher Angst. Wenn ich schreibe, denke ich nicht daran. Das mag naiv sein, doch diesbezüglich werde ich mich nicht ändern und meinen Standpunkt weiterhin unbekümmert vertreten.

Polo Hofer hat in den 70er-Jahren mit Rumpelstilz den Mundart-Rock massentauglich gemacht. Bist du der Polo Hofer des Hip-Hop?

Rennie: Ich will da keine Parallelen ziehen. Polo Hofer ist eine Legende – ich bin ein Rapper von nebenan.

Wie gehts jetzt weiter?

Rennie: Ich werde mein Geschichtsstudium abschliessen. Musikalisch mache ich ausser ein paar Features erst einmal Pause.

Interview: Thomas Kramer

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