Aktualisiert 12.12.2006 20:02

Polonium: Der «Dritte Mann» entschuldigt sich bei Hamburgern

Der Litvinenko-Kontaktmann Dimitrij Kowtun hat erstmals mit deutschen Medien über seine Verstrahlung und die Polonium-Spuren in Hamburg gesprochen.

Er könne sich die Spuren nur so erklären, dass er sie aus London mitgebracht habe, als er sich dort im Oktober mit dem Ex-Agenten Alexander Litwinenko getroffen habe, sagte der russische Geschäftsmann in einem Telefon-Interview, das «Spiegel-TV» am Dienstagabend mit ihm führte. «Die Spuren halten bekanntlich sehr lange, und wenn man anschliessend durch die Welt reist, hinterlässt man sie überall», sagte Kowtun laut einer Vorabmeldung.

Er fühle sich schuldig, dass er in seiner Lieblingsstadt Hamburg so viel Aufregung verursacht habe, sagte Kowtun demnach. Er habe der deutschen Öffentlichkeit grosse Probleme bereitet. «Durch mich sind all diese Unannehmlichkeiten nach Deutschland gekommen. Meine Familie ist selbst stark davon betroffen», sagte Kowtun.

Er befinde sich in einer Moskauer Klinik, und es gehe ihm von Tag zu Tag besser, sagte der Russe. Seine Werte seien fast normal. «Die Ergebnisse sind sehr gut, und ich hoffe, bis Ende der Woche aus dem Krankenhaus entlassen zu werden», wurde Kowtun zitiert.

Kowtun hatte Litwinenko nicht nur Mitte Oktober sondern auch am 1. November im Londoner Hotel Millennium getroffen. Dort soll Litwinenko das Polonium 210 zugeführt worden sein, an dem er schliesslich am 23. November gestorben war. Ende Oktober hatte sich Kowtun einige Tage in Hamburg aufgehalten und dort Polonium-Spuren hinterlassen. Deutsche Behörden ermitteln inzwischen gegen Kowtun wegen unerlaubten Umgangs mit radioaktiven Substanzen. (dapd)

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