Herculaneum: Pompejis vernachlässigter Nachbar
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HerculaneumPompejis vernachlässigter Nachbar

Nicht nur Pompeji verschwand unter der Asche des Vesuvs. Auch der Nachbarort Herculaneum ist eine Reise wert.

von
M. Steiger
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Das ist der Eingang zum antiken Herculaneum, der verschütteten Stadt.

Das ist der Eingang zum antiken Herculaneum, der verschütteten Stadt.

Dave & Margie Hill / Flickr
Neben Pompeji und Stabiae wurde auch diese Stadt Opfer des Vesuv-Ausbruchs im Jahre 79 n. Chr.

Neben Pompeji und Stabiae wurde auch diese Stadt Opfer des Vesuv-Ausbruchs im Jahre 79 n. Chr.

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Im 19. Jahrhundert begannen hier Ausgrabungen – und sie dauern bis heute an.

Im 19. Jahrhundert begannen hier Ausgrabungen – und sie dauern bis heute an.

Dave & Margie Hill / Flickr

Ende August des Jahres 79 nach Christus brach der Vulkan Vesuv in Italien aus. Drei Tage lang regnete es Lava, Asche und Tod für die Bewohner rund um den Berg.

Die Zerstörungskraft eines Vulkans

Das berühmteste Opfer des Vesuvs war jedoch Pompeji: Eine Stadt berühmt für ihre reichen Bewohner, das Amphitheater und die Bordelle. Ihr Niedergang überschattete das Ende vieler Dörfer rund um den Vesuv. Darunter auch das Herculaneum, der vernachlässigte Bruder von Pompeji.

Herculaneum befand sich zwar näher am Krater, wurde aber dank der Windrichtung zunächst verschont: Während eine tödliche Gas- und Aschewolke nach Pompeji zog, konnten sich die Bewohner von Herculaneum auf eine Flucht vorbereiten und ihre Habseligkeiten einsammeln.

Besser erhalten als Pompeji

In der darauffolgenden Nacht stiess der Vesuv seinen tödlichen Inhalt auch in Richtung Herculaneum aus. Sechs Eruptionen begruben die kleine Stadt unter Lava und Asche. Wände wurden niedergerissen und Säulen zerbrachen. Und doch: Einige Gebäude wurden in einer Gas- und Aschewolke eingeschlossen und vergleichsweise wenig beschädigt.

Im 18. Jahrhundert, als vor Ort erste Ausgrabungen stattfanden, fand man in Herculaneum intakte Häuser, Holzmöbel und die Überreste von Früchten und Brot. Obwohl ursprünglich angenommen worden war, dass sich die Bewohner von Herculaneum alle retten konnten, fanden die Archäologen über 300 Skelette. Die Ausgrabungen in Herculaneum dauern bis heute an.

Die Villa von Cäsars Schwiegervater

Herculaneum ist eine Reise wert: Es ist weniger überlaufen als Pompeji und in einem besseren Zustand. Zudem ist es etwas kleiner und hat ähnlich viele wichtige Gebäude zu bieten: Zum Beispiel die Villa der Papyri. Gemäss einer heute umstrittenen Theorie gehörte sie einst Lucius Calpurnius Piso Caesoninus – und der war kein Geringerer als der Schwiegervater von Julius Cäsar.

In dieser Villa befindet sich unter anderem eine Bibliothek, die den Vulkanausbruch überraschend unbeschadet überstanden hat.

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