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Geldstrafe wegen TierquälereiPony erleidet Todesqualen, weil Besitzer Tierarzt nicht ruft

Ein Gericht im Kanton Bern musste sich mit dem qualvollen Ableben eines 28-Jährigen Ponys auseinandersetzen. Der Besitzer wurde wegen seiner Versäumnisse verurteilt.

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Das Berner Regionalgericht in Thun musste sich mit dem Fall eines Ponybesitzers auseinandersetzen.

Das Berner Regionalgericht in Thun musste sich mit dem Fall eines Ponybesitzers auseinandersetzen.

Symbolbild/Getty Images
Der Mann hatte laut der Gerichtspräsidentin das Tier vernachlässigt, indem er dem Pony keine tierärztliche Hilfe zukommen liess.

Der Mann hatte laut der Gerichtspräsidentin das Tier vernachlässigt, indem er dem Pony keine tierärztliche Hilfe zukommen liess.

Symbolbild/Getty Images
Der Besitzer wurde zu rund 5000 Franken verurteilt.

Der Besitzer wurde zu rund 5000 Franken verurteilt.

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Darum gehts

  • Kurz nach dem Kauf erkrankte ein Pony auf einem Reitstall im Kanton Bern.

  • Der Besitzer weigerte sich einen Tierarzt rufen zu lassen.

  • Das Tier litt an immer stärkeren Schmerzen.

  • Eine zufällig anwesende Tierärztin versuchte das Tier erfolglos einzuschläfern.

  • Der Oberländer wurde nun vom Gericht verurteilt.

Zwei Tage, nachdem der Besitzer eines Reitstalls im Berner Oberland ein Pony gekauft hatte, bemerkte er, dass es dünnen Kot ausschied. Er verordnete dem 28-jährigen Tier darum Diätfutter und verliess seine Stallungen. Am nächsten Tag hatte sich der Zustand des Ponys nicht gebessert, wie eine Pferdepflegerin feststellen musste und informierte den Besitzer telefonisch. Dieser entschied, dass der Tierarzt nicht gerufen werden sollte und das Tier stattdessen weiter mit einer Paste behandelt werden sollte, wie die «Berner Zeitung» berichtet.

Wenige Stunden später erschien zufälligerweise eine Tierärztin auf dem Hof. Die Frau war wegen eines anderen Patienten gekommen. Auf Wunsch der Tierpflegerin sah sich die Ärztin jedoch auch das Pony an. Die Frau musste feststellen, dass das Tier unter grossen Schmerzen litt und sich bereits wälzte. Weil sie den Besitzer telefonisch nicht erreichte, entschied sie gemeinsam mit dem Haustierarzt des Hofes, das Pony einzuschläfern. Der Schock des Tieres war jedoch bereits zu stark – dem Tier konnten die notwendigen Mittel nicht mehr gespritzt werden. Als letztes Mittel blieb der Ärztin nur noch, das Tier mit einem Bolzenschuss von seinem Leiden zu erlösen. Weil jedoch auch der Störenmetzger telefonisch nicht erreichbar war, rief die Ärztin schliesslich die Polizei um Hilfe. Bevor diese vor Ort waren, erlag das Tier seinen Qualen.

Unterlassung tierärztlicher Pflege

Das Regionalgericht Berner Oberland sprach den Besitzer am Mittwoch wegen Tierquälerei schuldig. Es handle sich hier um Misshandlung des Tieres durch Unterlassung der nötigen tierärztlichen Pflege. Der erfahrene Pferdehalter wurde zu einer bedingten Geldstrafe von 4000 Franken und einer Busse von 1000 Franken verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig

(cho)

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56 Kommentare
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Nikoklaus

08.01.2021, 15:00

Wenn ihr Kind Bauchweh und Durchfall hat, rennen sie auch sofort zum Arzt? Oder warten sie einen Tag? Hätte er die Tierärztin einen Tag vorher gerufen, hätte sie dem Pony wahrscheinlich die selbe Salbe verschrieben.

bobobobo

08.01.2021, 12:44

zwei tierärzte und ein metzger schaffen es nicht das altersschwache pony zu erlösen, da fragt man sich ja schon ob das die richtigen waren, und zum schluss gibts noch bedingte geldstrafen....

Graf von Monte Christo

08.01.2021, 12:13

Ich bin traurig und schockiert, warum hat er sich nicht um das arme Pony gekümmert und von Anfang an einen Tierarzt herbeigerufen?! Armes Pony😔 es tut mir so leid dass ihm nicht geholfen wurde. Ich hoffe dieser Mann bekommt ein Tierhalte verbot.Die Busse ist viel zu niedrig.