«Lupenreiner Kommerz»: Pop-Jodel für ESC sorgt für Kritik
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«Lupenreiner Kommerz»Pop-Jodel für ESC sorgt für Kritik

Mit Pop-Jodel wollen die Appenzeller Sängerfreunde an den Eurovision Song Contest. Das sorgt für Kritik.

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taw

Die Appenzeller Sängerfreunde machten schon Volksmusik mit Rapper Bligg, Schlager mit Stefan Roos und standen mit Bandleader Dai Kimoto und seinen Swing Kids auf der Bühne. Nun haben sie sich mit der Schaffhauser Alphornbläserin Lisa Stoll (17) für den Eurovision Song Contest 2014 in Kopenhagen beworben. Mit dem Song «Mountains», bei dem die Sängerfreunde erstmals Englisch singen, wollen sie punkten. «Wir haben uns für Englisch entschieden, weil das jeder versteht», so Hansjürg Freund von den Sängerfreunden.

Der Berner Volksmusik-Experte und Blogger Hanspeter Gautschin ist skeptisch: «Das ist lupenreiner Kommerz – im negativen Sinn.» Jörg Burkhalter, Präsident des Nordostschweizerischen Jodlerverbands, teilt die Kritik. «Obwohl traditionelle Instrumente verwendet und Männer in schönen Trachten gezeigt werden, kann das kaum als Volksmusik aus der Schweiz verkauft werden», so Burkhalter. Zudem ist der Song laut Burkhalter textlich wenig ansprechend und eintönig.

«Begeisterung riesig»

Freund nimmt die Kritik gelassen: «Man muss offen sein für Neues. Die Volksmusik entwickelt sich weiter.» Laut Freund ist die Begeisterung beim Publikum bei Auslandsauftritten riesig: «Die Mischung aus Brauchtum und Moderne kommt super an». Für den ESC sei man deshalb optimistisch.

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