Aktualisiert 15.12.2010 17:45

FamiliensachePop & Klassik

Singen können Börni und ihr Bruder Raphael beide. Sie steht als Popsängerin, er als Tenor auf der Bühne.

«Er gab mir sogar mal Singstunden»: Börni und Raphael Höhn. (Anja Schori)

«Er gab mir sogar mal Singstunden»: Börni und Raphael Höhn. (Anja Schori)

Bernadette, 24, Rampensau

«Als Teenie fand ich Raphael mega uncool. Da hatte ich meine pinke Girlie-Phase und fand Jungs doof. Als er ein Jahr in die USA ging, vermisste ich ihn kaum. Aber er hat immer zu mir gehalten, deckte mich beim Mami, wenn ich mal wieder zu spät vom Ausgang nach Hause kam. Und obwohl er als klassischer Sänger nichts mit ‹Music Star› anfangen konnte, war er jeden Sonntag in der Show. Er gab mir sogar mal Singstunden. Das klappte aber nicht so gut, weil ich nicht so opernmässig singen will wie er. Ein paar Tricks hab ich aber von ihm gelernt, etwa, mit welchen Techniken ich mehr Fülle in meine Stimme bringe. Er war schon immer supermusikalisch und mein absolutes Vorbild. Mit 4 fing er mit Geige an. Also tat ich das auch. Mit 7 ging er zu den Zürcher Sängerknaben. Das konnte ich als Mädchen nicht, auch wenn ich mit meinen kurzen Haaren wie ein Bub aussah. Ich ging dann halt zum Kinderchor des Zürcher Opernhauses.»

Raphael, 26, Vorbild

«Börni war als Kind ein halber Bub. Sie war fast noch wilder als ich und setzte immer einen drauf. Sie wollte halt beweisen, dass sie mithalten kann. Das war schon ein bisschen ein Konkurrenzkampf und ein Geran­gel um Aufmerksamkeit. Ab und zu haben wir uns auch geprügelt. Sie ist dann immer zum Mami gerannt, und ich habe auf den Deckel bekommen. Als Teenie hatte sie dagegen oft Krach mit der Mutter und bat dann mich um Hilfe. Sie rief mich zum Beispiel aus dem Ausgang an, wenn sie wieder zu lange weg blieb. Ich tat dann so, als wäre ich sie und schlich über den knarrenden Holzboden in ihr Zimmer. Am morgen klingelte ihr Wecker dann stundenlang. Was mich mal so aufregte, dass ich das Teil aus dem Fenster schmiss. Manchmal nervt mich ihr Rampensau-Getue. Aber ich liebe Börni, mit ihr ist es immer lustig. Sie kann etwa unser Mami so gut nachmachen, wie sie nörgelt. Da lache ich mich krumm.»

Wollyhood Kids

Raphael und Bernadette aka Börni Höhn, hier auf einem Foto von 1992, sind in einem kleinen Einfamilienhaus in Zürich-Wollishofen aufgewachsen. Sie haben zwei Brüder, Adrian und Gerry. Raphael studiert an der Zürcher Hochschule der Künste klassischen Gesang und tritt als Tenor auf. Börni ist Informatikerin und wurde 2007 durch ihren 4. Platz bei «Music Star» bekannt. Ihr aktuelles Album heisst «Plan B».

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