Aktualisiert 21.07.2015 10:13

Shop im Westside Bern

Pop-up-Store als Testfeld für Jungunternehmer

Chance für Jungunternehmer: Im Pop-up-Shop im Berner Westside können kreative Macher ihre Produkte an die Kunden bringen und so die Marktchancen testen.

von
Andrea Muff
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Im Berner Westside können Jungunternehmer ihre Produkte in einem Pop-up-Shop anbieten.

Im Berner Westside können Jungunternehmer ihre Produkte in einem Pop-up-Shop anbieten.

20 Minuten/mua
Pascal Müller (32) und Sandrine Nüssli (17) sind stolz auf ihre Produkte.

Pascal Müller (32) und Sandrine Nüssli (17) sind stolz auf ihre Produkte.

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Die Flyve-Bags der Gymi-Schüler sind aus alten Fallschirmen hergestellt.

Die Flyve-Bags der Gymi-Schüler sind aus alten Fallschirmen hergestellt.

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Von der Schulbank ins Einkaufscenter: Schüler des Gymnasiums Köniz-Lerbermatt testen im Westside ihre Verkäuferqualitäten im eigenen Shop. Sandrine Nüssli und fünf ihrer Mitschüler bringen dort selbst designte Flyve-Bags unter die Leute – hippe Turnsäckchen aus gebrauchten Fallschirmstoffen.

Dass sie bereits als Gymeler ihr eigenes Produkt verkaufen dürfen, macht die Jungunternehmer stolz. «Es ist ein schönes Gefühl, fremde Menschen, die unsere Accessoires tragen, in der Stadt zu sehen», sagt die 17-jährige Sandrine Nüssli. Jede der Taschen ist ein Unikat, alle werden aus einem anderen Stück des Fallschirmstoffes gemacht. Das Material beziehen die Nachwuchs-Designer bei Gleitschirm-Schulen. Zusammengenäht werden die Flyve-Bags beim Textilatelier im Kompetenzzentrum Arbeit in Köniz. «So bekommt unser Projekt auch eine soziale Komponente», erzählt die Schülerin. Denn das Zentrum hilft den Näherinnen bei der Integration in die Arbeitswelt.

Kleidermarke «Chillsmau»

Die Schüler teilen sich die Ladenfläche mit Pascal Müller. Der 32-jährige Jungunternehmer will mit seiner Kleidermarke Chillsmau ins Mode-Business einsteigen. «Für den Pop-up-Shop habe ich extra noch Sonnenbrillen hergestellt», sagt Müller. Über seinen seit einem Jahr offenen Online-Shop habe er bereits rund 120 Shirts verkauft. «Wenn ich hier Gewinn mache, investiere ich den in eine Damenkollektion», sagt Müller. Bis jetzt produziert er vor allem Poloshirts für Herren.

Verkaufsfläche für einen Franken

«Wir hätten beide zu wenig Ware für einen eigenen Store», sagt Müller. «Zudem haben wir eine ähnlich junge Zielgruppe», fügt Nüssli hinzu. Pro Tag kostet die Verkaufsfläche mit Infrastruktur nur einen Franken, den sie sich teilen. Westside-Centerleiter Ludwig Nehls sieht im Pop-up-Shop nur Vorteile: «Auch für unsere Kundschaft ist das sehr spannend, da sie während des ganzen Jahres individuelle Produkte angeboten bekommen.»

Mit dem Ruf «Kreative Macher gesucht!» sucht das Shoppingcenter Westside seit vergangenem September nach Unternehmern. Seit Mitte Februar ist der Pop-up-Shop direkt beim Haupteingang offen und bietet im Zwei-Wochen-Takt neuen Produktideen Platz. «Wir haben die Werbung am Berner Bahnhof gesehen und uns dafür beworben», sagt die 17-jährige Schülerin.

Firma besteht nur noch bis Ende August

Da das Gymi-Unternehmen unter dem Dach von Young Enterprise Switzerland (YES) im vergangenen September gegründet wurde, besteht es nur für ein Jahr. «Wer sich also noch ein Säckchen kaufen möchte, muss sich sputen. Denn uns gibt es nur noch bis am 31. August», sagt die Schülerin. Ob sie und ihre Kollegen weitermachen werden und allenfalls eine neue Firma gründen, sei noch offen. «Ich kann mir aber gut vorstellen, später selbst ein Geschäft zu führen», sagt Nüssli. Bis zum 25. Juli sind die farbigen Bags für 25 Franken im Westside erhältlich.

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