«Popetown»-Premiere: Bei MTV liegen die Nerven blank
Aktualisiert

«Popetown»-Premiere: Bei MTV liegen die Nerven blank

Der deutsche Musiksender MTV setzt auf bissige Gesellschaftskritik: Mit «Popetown», «Drawn Together» und «American Dad» starten heute gleich drei Satire-Cartoons.

Provokative Gesellschaftssatire statt Musikvideos: Der Berliner Sender MTV polarisiert mit drei neuen Cartoon-Serien. «Popetown» veräppelt den Papst, «American Dad» nimmt die Hysterie der Amerikaner nach 9/11 auf die Schippe, und «Drawn Together» verspottet Realityshows wie «Big Brother». Heute Abend ab 21 Uhr gehen die drei Comedy-Cartoons nacheinander auf Sendung.

Bereits mit der Stuntshow «Jackass» verärgerte MTV Eltern und Lehrer. Mit der neuen Serie «Popetown» brachte der Sender nun auch Kirche und Politik gegen sich auf. Ein Papst, der als verzogener Bub dargestellt wird, und ein korrupter Kardinal, der Kinder versklavt, das war zu viel der Provokation. Gotteslästerung, hiess es.

Ja, gar der Entzug der Sendelizenz wurde gefordert. Jetzt liegen bei MTV die Nerven blank: Heute wird nur eine «Popetown»-Episode gezeigt, eingebettet in eine Diskussion mit Politikern und Kirchenvertretern. Ob die restlichen Folgen gesendet werden, hänge von den Publikumsreaktionen ab. Weitere Auskünfte gibt MTV nicht – die Stimmung ist angespannt.

Ebenso politisch unkorrekt sind die beiden anderen Cartoons: CIA-Mann Smith, der «American Dad», schiesst auf seinen Toaster und überprüft die Tochter mit dem Metalldetektor – es lebe die Paranoia! Dagegen karikiert «Drawn Together» Realitysoaps und zieht dabei über die Gesellschaft her – von Schwulen über Borderliner bis alternde Frauen mit Cellulite.

Stefanie Rigutto

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