Türkei – Populäre TV-Journalistin wird wegen «Präsidentenbeleidigung» verhaftet

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TürkeiPopuläre TV-Journalistin wird wegen «Präsidentenbeleidigung» verhaftet

Die Journalistin Sedef Kabas wurde am Samstag in ihrer Wohnung in Istanbul festgenommen. Zuvor hatte sie Präsident Recep Tayyip Erdogan kritisiert.

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Die TV-Journalistin Sedef Kabas …

Die TV-Journalistin Sedef Kabas …

AFP
… sitzt in U-Haft.

… sitzt in U-Haft.

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Sie hatte sich in einer Sendung kritisch über Staatschef Recep Tayyip Erdogan geäussert.

Sie hatte sich in einer Sendung kritisch über Staatschef Recep Tayyip Erdogan geäussert.

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Darum gehts

  • Sedef Kabas hatte sich kritisch über Erdogan geäussert.

  • Kurz danach wurde sie festgenommen.

  • Die Journalistengewerkschaft verurteilt das Vorgehen.

Wegen kritischer Äusserungen über Staatschef Recep Tayyip Erdogan ist in der Türkei eine bekannte Fernsehjournalistin in Untersuchungshaft genommen worden. Sedef Kabas wurde am Samstagmorgen in ihrer Wohnung in Istanbul festgenommen, wie ihr Anwalt mitteilte. Sie wurde einem Gericht vorgeführt, das ihre Inhaftierung formal bestätigte.

Wenige Stunden vor ihrer Festnahme hatte Kabas Erdogan während einer Sendung und danach auch im Onlinedienst Twitter kritisiert, wo ihr 900’000 Menschen folgen. Präsidentenbeleidigung ist in der Türkei ein Straftatbestand, der mit Haftstrafen zwischen einem und vier Jahren geahndet wird.

Türkei auf Rang 153 von 180

«Eine sogenannte Journalistin hat glattweg unseren Präsidenten in einem Fernsehsender beleidigt, der kein anderes Ziel hat, als Hass zu verbreiten», schrieb Erdogans Sprecher Fahrettin Altun auf Twitter. «Ich verurteile diese Arroganz, dieses Fehlen von Moral auf das Schärfste», fügte er hinzu.

Die türkische Journalistengewerkschaft TGS erklärte, Kabas’ Festnahme sei «ein schwerer Angriff auf die Pressefreiheit». Der Verband prangert immer wieder Einschränkungen der Pressefreiheit in der Türkei an, insbesondere seit einem Putschversuch 2016. Auf einer Rangliste der Nichtregierungsorganisation Reporter ohne Grenzen zur Pressefreiheit nahm die Türkei vergangenes Jahr unter den insgesamt 180 untersuchten Ländern Platz 153 ein.

(AFP/dmo)

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