Aktualisiert 27.02.2014 11:24

KV ZürichPorno-Lehrer per sofort freigestellt

Der Fall des Zürcher KV-Lehrers, der im Unterricht Pornos schaute, wirft hohe Wellen. Er wurde noch am Mittwochnachmittag freigestellt.

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blu/som

Der KV-Lehrer, der während der Schulstunde am Montag Pornos mit beinamputierten Frauen schaute, hätte eigentlich vorerst weiterbeschäftigt werden sollen. Dies sagte René Portenier, Rektor der Grundbildung der KV Zurich Business School (KVZBS), noch am Dienstag gegenüber 20 Minuten. Nun hat aber die Schulleitung am Mittwochnachmittag beschlossen, dass der Lehrer freigestellt wird, wie Rolf Butz, Präsident des Schulrats der KVZBS und Geschäftsführer des Kaufmännischen Verbandes Zürich, bestätigt: «Ein solches Verhalten ist inakzeptabel.»

Nun werde man das weitere Vorgehen besprechen: «Wir müssen auch ermitteln, ob der Vorfall rechtliche Konsequenzen hat.» Butz betont aber, dass der Lehrer sonst tadellose Arbeit geleistet hat: «Er hat 40 Jahre lang an der Schule unterrichtet und sich nie etwas zuschulden kommen lassen.» Das Vergehen sei an der KVZBS ein absoluter Einzelfall: «Wir haben 220 Lehrer und ich habe noch nie Derartiges gehört.»

Vorsicht vor Imageschaden

Dass die KVZBS nach anfänglichem Zögern gehandelt hat, begrüsst Konrad Kuoni, Co-Präsident des Zürcher Verbands der Lehrkräfte in der Berufsbildung: «Sonst könnte ein Imageschaden entstehen.» Als Vater wäre er dagegen, dass sein Kind von einem solchen Lehrer unterrichtet würde: «Das Vertrauensverhältnis ist zerstört.»

Wer im Unterricht, statt sich um seine Schülerinnen und Schüler zu kümmern, Pornos übelster Art konsumiere, müsse mit einer fristlosen Entlassung rechnen. Kuoni würde den Lehrer allenfalls krankschreiben lassen: «Der Vorfall zeigt, dass er sich nicht im Griff hat.» Eigentlich müsste er in Behandlung: «Ein Alkoholiker würde auch in eine Therapie geschickt werden, wenn er bei der Arbeit beim Trinken erwischt würde.»

«Das ist doch krank»

Auch unter den KV-Schülern ist der Vorfall der Gesprächsstoff schlechthin. Lisa T.* (17) aus Zürich ist im 2. Lehrjahr an der KV Business School und froh, nicht in der Klasse dieses Lehrers zu sein: «Ich würde mich nicht mehr wohl fühlen. Solche Pornos zu schauen, und das auch noch während des Unterrichts, ist doch krank.»

Rebekka F.* (19) aus Baden und ihre Schulkollegen können auch nicht verstehen, wieso solche Webseiten in der Schule nicht gesperrt sind. «Wir kriegen schon Probleme, wenn wir rauchen oder während der Stunde das Handy klingelt, aber ein Lehrer darf Pornos in der Schule schauen.» Lehrer hätten eine Vorbildfunktion, aber so einen nehme doch keiner mehr ernst.

*Namen der Redaktion bekannt

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