Prozess in Kanada: Porno-Mörder muss lange ins Gefängnis
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Prozess in KanadaPorno-Mörder muss lange ins Gefängnis

Luka Magnotta tötete seinen Ex-Freund vor laufender Kamera mit einem Eispickel. Danach zerstückelte er die Leiche und verschickte Teile davon mit der Post.

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Am 28. Juni 2015 erschien auf einer Datingseite für Häftlinge eine Anzeige des Porno-Killers Luka Magnotta. Der verurteilte Mörder sucht einen «Traumprinzen» für eine feste, langfristige Beziehung.

Am 28. Juni 2015 erschien auf einer Datingseite für Häftlinge eine Anzeige des Porno-Killers Luka Magnotta. Der verurteilte Mörder sucht einen «Traumprinzen» für eine feste, langfristige Beziehung.

Sein Fall hatte drei Jahre zuvor für Schlagzeilen gesorgt: Am 23. Dezember 2014 wurde Luka Magnotta wegen der Tötung und Zerstückelung eines Studenten zu lebenslanger Haft (mindestens 25 Jahre) verurteilt.

Sein Fall hatte drei Jahre zuvor für Schlagzeilen gesorgt: Am 23. Dezember 2014 wurde Luka Magnotta wegen der Tötung und Zerstückelung eines Studenten zu lebenslanger Haft (mindestens 25 Jahre) verurteilt.

AFP/ho
Am 29. September 2014 legte Magnotta vor einem Gericht in Montreal ein Geständnis ab.

Am 29. September 2014 legte Magnotta vor einem Gericht in Montreal ein Geständnis ab.

Keystone/AP/Mike Mclaughlin

Weil er seinen Sexualpartner vor laufender Kamera tötete und danach zerstückelte, ist der frühere Pornodarsteller Luka Rocco Magnotta am Dienstag von einem kanadischen Gericht des Mordes schuldig gesprochen worden.

Zweieinhalb Jahre nach seiner Festnahme in Berlin wiesen die Geschworenen in Montréal damit die Argumentation der Verteidigung zurück, Magnotta sei nicht zurechnungsfähig. Der Schuldspruch bedeutet für den 32-Jährigen mindestens 25 Jahre Gefängnis.

«Canadian Psycho» verschickte Leichenteile

Magnotta nahm den Schuldspruch ohne äusserliche Regung auf und hörte mit gesenktem Blick zu. Er hatte gestanden, im Mai 2012 den 33-jährigen chinesischen Studenten Lin Jun erstochen zu haben. Anschliessend schändete er die Leiche sexuell, zerstückelte sie und stellte Filmaufnahmen der Tat ins Internet. Sie waren mit dem Soundtrack des Films «American Psycho» unterlegt. So erlangte Magnotta als «Canadian Psycho» traurige Berühmtheit.

Der Torso seines Opfers wurde in einem Koffer im Abfall nahe Magnottas Wohnung in Montréal gefunden, später entdeckte die Polizei den Kopf in einem Park. Magnotta schickte laut Anklage zudem die Hände und Füsse seines Opfers an politische Parteien in Ottawa sowie an zwei Grundschulen in Vancouver.

Mord, Leichenschändung und Belästigung

Den Mordvorwurf hatte Magnotta in dem seit September laufenden Prozess unter Verweis auf seine psychische Verfassung zurückgewiesen. Der Richter hatte die Geschworenen vergangene Woche darüber informiert, dass Magnotta unter einer Persönlichkeitsstörung leide.

Staatsanwalt Louis Bouthillier argumentierte jedoch, Magnotta sei trotz seiner psychischen Krankheit in der Lage gewesen, zwischen richtig und falsch zu unterscheiden. Er habe den Mord mindestens sechs Monate lang geplant und vor, während und nach der Tat mit Vorsatz gehandelt.

Spektakulärster Kriminalfall seit Jahren

Dieser Argumentation folgte nun die Jury, der acht Frauen und vier Männer angehörten. Sie hatten sich acht Tage lang zur Beratung zurückgezogen. Zu den Anklagepunkten gehörten neben Mord Leichenschändung, Verbreitung obszönen Materials sowie Belästigung von Politikern. Mord wird in Kanada mit lebenslanger Haft bestraft, eine Haftentlassung auf Bewährung ist frühestens nach 25 Jahren möglich.

In dem Prozess ging es um einen der spektakulärsten Kriminalfälle der vergangenen Jahre. Nach der Tat war der Kanadier über Frankreich nach Deutschland geflohen. Nach ein paar Tagen wurde er in einem Internetcafé in Berlin-Neukölln erkannt und liess sich dort von der Polizei widerstandslos festnehmen. (sda)

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