Senatswahl: Porno-Star fordert Republikaner heraus
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SenatswahlPorno-Star fordert Republikaner heraus

Im US-Bundesstaat Louisiana zeichnet sich ein pikanter Senatswahlkampf ab: Die Porno-Darstellerin Stormy Daniels fordert einen erzkonservativen Republikaner heraus, der als Kunde eines Callgirl-Rings erwischt wurde.

In den düsteren Zeiten der Rezession gibt es für die Amerikaner wenigstens etwas zu lachen, stellt die Londoner «Times» fest. Gemeint ist die Absicht von Stormy Daniels, bei der Senatswahl 2010 im Staat Louisiana den republikanischen Amtsinhaber David Vitter herauszufordern. Daniels ist eine der populärsten Porno-Darstellerinnen der USA, ihre Kandidatur erfolgt als Reaktion auf die Internet-Kampagne «Draft Stormy».

Offensichtlich meint sie es ernst, denn am Mittwoch brach sie auf zu einer «Zuhör-Reise» durch ihren Heimatstaat. Ihre Kampagne läuft unter dem Motto «Stormy Daniels: Screwing People Honestly» - ein Slogan, der dermassen eindeutig-zweideutig ist, dass man ihn kaum übersetzen kann. Jedenfalls ist er auch eine Anspielung auf den Amtsinhaber. Der gibt sich gerne als erzkonservativer Verfechter von christlichen Familienwerten, doch 2007 tauchten sein Name und seine Telefonnummer in den Akten eines Callgirl-Rings auf.

«Gott um Vergebung gebeten»

David Vitter trat darauf zusammen mit seiner Frau vor die Medien und gestand eine «schwerwiegende Sünde» ein, betonte aber auch, er habe «Gott und seine Frau um Vergebung gebeten und diese auch erhalten». Stormy Daniels kann darüber nur den Kopf schütteln: «Er kandidierte für den Senat als Befürworter von Familienwerten und Gegner von Sexualkunde-Unterricht, und dann wird er mit Prostituierten erwischt», sagte sie der «Times». «Das ist heuchlerisch. Nennen Sie mich, wie Sie wollen, aber ich bin keine Heuchlerin.»

Der Porno-Star hat den Republikaner zu einer Debatte aufgefordert, «aber ich glaube nicht, dass er die Eier hat, um mir gegenüberzutreten». Die wenigsten glauben, dass Stormy Daniels eine echte Wahlchance hat, doch ihre Kandidatur ist für die US-Republikaner eine «unangenehme Erinnerung» daran, warum sie bei den Wählern derzeit nicht ankommen, so die «Times». Ein Grund dafür ist die unter ihnen verbreitete Doppelmoral. Das sieht auch Stormy Daniels so: «Politik ist kein bisschen weniger schmutzig als mein jetziger Job.»

(pbl)

$$VIDEO$$Stormy Daniels im Interview mit CNN

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