Porsche weiter auf Rekordfahrt
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Porsche weiter auf Rekordfahrt

Der Sportwagenbauer Porsche peilt dank seiner VW-Beteiligung im laufenden Geschäftsjahr einen Rekordgewinn an.

Eine Fusion mit den Wolfsburgern schloss Porsche-Chef Wendelin Wiedeking am Dienstag auf einer ausserordentlichen Hauptversammlung des Unternehmens aber aus: «Es findet nicht nur keine Hochzeit im Himmel statt, nein, wir heiraten nicht einmal auf Erden.» Porsche hält knapp 31 Prozent an VW. In den ersten zehn Monaten trat Porsche wegen eines Modellwechsels bei Umsatz und Absatz auf der Stelle.

Wiedeking sagte, man werde alles tun, dass Volkswagen im Verbund mit seinem Partner Porsche ein ernstzunehmender Mitspieler im globalen Wettkampf um die individuelle Mobilität bleibe. Eine weitere Erhöhung der Anteile an dem Konzern schloss er nicht aus. Der Einfluss solle weiter ausgebaut werden.

Die VW-Beteiligung lässt bei den Stuttgartern schon jetzt kräftig die Kasse klingeln. «Es ist nicht schwer nach den jetzt hinter uns gebrachten zehn Monaten vorherzusagen, dass unser Jahresergebnis zum Ende des Geschäftsjahres, deutlich - und ich meine deutlich - über den 2,1 Milliarden Euro des Vorjahres liegen wird», sagte Wiedeking.

Das erwartete Ergebnis sei allerdings auch durch Sondereinflüsse gekennzeichnet. Dazu gehörten Erträge aus Kurssicherungsgeschäften im Zusammenhang mit dem Erwerb der Volkswagen-Aktien sowie die Neubewertung des Volkswagen-Anteils, die allein mit 520 Millionen Euro zu Buche schlage.

Lob bekam das Porsche-Management von Aktionärsschützern. Peter Maser von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz sagte, es sei kaum noch nachzuvollziehen, dass es Porsche gelinge, seinen Gewinn immer weiter zu steigern.

Trotz des Modellwechsels bei der Baureihe Cayenne erreichte der Sportwagenbauer in den ersten zehn Monaten des Geschäftsjahres 2006/07 einen Konzern-Umsatz von 5,98 Milliarden Euro und übertraf damit geringfügig den Vorjahreswert. Der Absatz habe mit insgesamt rund 79.540 Fahrzeugen den Vorjahreswert von 79.564 Einheiten wieder erreicht. Der neue Cayenne komme weltweit gut an. Der Absatz der Baureihe lag per Ende Mai 2007 mit 25.436 Fahrzeugen noch um 10,7 Prozent unter dem Vorjahr.

Bei der traditionsreichen Baureihe 911 peilt Porsche im Geschäftsjahr 2006/07 einen Verkaufsrekord an. In den ersten zehn Monaten beschleunigte sich der Absatz des 911 um 12,2 Prozent auf 31.287 Fahrzeuge. Die Verkäufe der Boxster-Baureihe lagen Ende Mai mit 22.806 Fahrzeugen knapp unter dem Vorjahresniveau.

Weichen für die Zukunft werden gestellt

Porsche stellte auf dem Aktionärstreffen auch die Weichen für die Zukunft. Die Aktionäre beschlossen auf dem Treffen die Umwandlung des Unternehmens in eine Holding in Form einer Europäischen Aktiengesellschaft (SE). Darin werden die bisherige Porsche AG als Hersteller der Sportwagen und die Beteiligung an dem Wolfsburger Konzern gebündelt. Die neue Holding soll als Porsche Automobil Holding SE firmieren. Sitz bleibt weiterhin Stuttgart. Den Vorstand werden Wiedeking und Finanzchef Holger Härter bilden. Anfang August soll den Plänen zufolge das operative Geschäft auf die neue Tochter übergehen, die den bisherigen Namen Dr. Ing. h.c.F. Porsche AG annimmt. (dapd)

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