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TribschenstadtPortmann will neue Beweise vorlegen

Neue Runde im Hickhack um die Tribschenstadt: Heute hätte Hanspeter Portmann wegen Verleumdung des Baudirektors Kurt Bieder vor Gericht stehen sollen. Die Verhandlung wurde aber kurzfristig abgesagt.

von
Daniela Gigor

Peter Studer, Gerichtspräsident des Bezirksgerichts Luzern, bestätigte die Absage: «Die Verhandlung wurde auf unbestimmte Zeit verschoben, weil der Angeklagte zusätzliche Beweise anführen möchte, die derzeit noch nicht vorliegen.» Gemeint ist Hanspeter Portmann: Dem Ex-Projektleiter der Überbauung Tribschenstadt wird vorgeworfen, er habe zu Unrecht die Behauptung verbreitet, Baudirektor Kurt Bieder habe einen Versicherungsbetrug begangen.

Portmann bestätigt die Aussage des Gerichtspräsidenten: «Der Stadtrat hat mir gerichtlich verboten, Dokumente zu veröffentlichen, die meine Anschuldigungen beweisen könnten.» Damit werde ihm verunmöglicht, sich zu verteidigen. «Ich frage mich, ob der Stadtrat den Privatkläger Bieder schützt», sagt Portmann weiter. Er habe im März beim Regierungsstatthalter ein Gesuch zur Verteidigung und Gegenklage gestellt. Wird auf dieses eingetreten, müssten die vertraulichen Dokumente als Beweismittel zugelassen werden.

Der zuständige Regierungsstatthalter Josef Röösli wollte sich dazu nicht äussern. Urs Rudolf, Rechtsanwalt von Kurt Bieder, wusste bis gestern um 16 Uhr noch nichts von einer Absage der Verhandlung. Später war er nicht mehr zu erreichen.

Der Fall Tribschenstadt

Hanspeter Portmann wirft der Stadt beim Bau der Tribschenstadt Vetternwirtschaft vor. Er war dort von 2001 bis 2007 Projekt- und Oberbauleiter. Trotz Verbot veröffentlichte er im Mai 2009 ein 65 Seiten dickes Dossier, in dem er schwere Vorwürfe erhob. Die Stadt Luzern dementierte diese – alle Abwicklungen seien korrekt verlaufen. Kurz darauf bezichtigte Portmann Bau­direktor Kurt Bieder unter anderem des Versicherungsbetrugs.

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