Ratingagentur: Portugal auf Ramsch-Niveau
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RatingagenturPortugal auf Ramsch-Niveau

Rabenschwarze Nachrichten für das gebeutelte Portugal. Die Ratingagentur Fitch hat das Land auf Ramsch-Niveau herabgestuft. Das Schuldenproblem verschärft sich damit.

von
whr
Portugal droht der totale Stillstand.

Portugal droht der totale Stillstand.

Nicht genug, dass in Portugal ein Generalstreik den öffentlichen Verkehr lahmlegt. Schlimmer für das Land ist, dass es von der Ratingagentur Fitch am Donnerstag auf Ramsch-Niveau herabgestuft wurde. Zur Begründung verwies die Agentur auf den «stark unausgeglichenen Haushalt, hohe Verschuldung und einen ungünstigen makroökonomischen Ausblick.» Damit wird es für Portugal immer schwieriger zu Geld zu kommen ohne Höchstschuldzinsen zu bezahlen.

Der Schritt ist ein weiterer herber Rückschlag für Portugals Bemühungen, ökonomisch wieder auf die Beine zu kommen. Im Mai war das Land unter den Rettungsschirm der EU geschlüpft und hatte eine Sicherheit in Höhe von 104 Milliarden Euro in Anspruch genommen. Die portugiesische Regierung hat seitdem die öffentlichen Ausgaben drastisch gekürzt und die Steuern erhöht. Dadurch wurde der Zorn der Bevölkerung geschürt.

Griechenland zahlt fast 30 Prozent

Derweil kämpfen auch die anderen europäischen Krisenstaaten mit hohen Schuldzinsen. Die Zinsen für italienische Staatsanleihen sind am frühen Donnerstagmorgen wieder kurzzeitig über die Marke von 7 Prozent gesprungen. Dann sanken sie auf gut 6,9 Prozent. Spanische Anleihen starteten mit 6,7 Prozent und fielen dann unter 6,6 Prozent. Griechische kletterten von 28,6 auf 29,2 Prozent.

Belgische Papiere hielten sich auf dem hohen Niveau des Vortags bei 5,48 Prozent, französische bei 3,68 Prozent, deutsche bei 2,16. Portugiesische Papiere notierten unverändert bei 11,3 Prozent, irische bei 8,2 Prozent.

Krisentreffen in Strassburg

Die europäische Schuldenkrise ist auch das Thema bei einem Gipfeltreffen in Strassburg. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy und Italiens Regierungschef Mario Monti treffen sich, um über Massnahmen gegen die Eurokrise zu debattieren. Umstritten sind vor allem die Vorschläge, gemeinsame Anleihen der Eurostaaten auszugeben und der EZB den massiven Aufkauf von Staatsanleihen zu ermöglichen. Deutschland lehnt beides strikt ab.

(whr/sda/dapd)

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