Aktualisiert 28.07.2004 17:28

Portugal kämpft gegen Feuerhölle

Im Kampf gegen die Waldbrände in Portugal ist keine Entspannung in Sicht. Im Süden des Landes kämpften die Einsatzkräfte am Mittwoch gegen zwei grosse Brände, die seit Anfang Woche bereits tausende Hektar Land zerstört haben.

Am schlimmsten betroffen waren die Umgebung von Loule an der Algarve und Almodovar in der Region Alentejo. Deutschland, Griechenland, Italien und Spanien haben zur Unterstützung der örtlichen Feuerwehr Löschflugzeuge und Hubschrauber nach Portugal geschickt.

Mehr als 1.300 Feuerwehrleute und 500 Soldaten waren im Einsatz. «Das gesamte Gebiet nördlich von Loule, etwa 30 Kilometer, steht in Flammen», sagte ein Bewohner der Gegend. «Wir sind umgeben von einer Schicht Asche, überall fallen glimmende Korkstücke herunter», ergänzte David Thursfield, ein Brite, der seit 16 Jahren bei Loule lebt. «Es ist ohne Zweifel der grösste Brand, den ich jemals hier gesehen habe.» Hunderte Hektar Eukalyptus- und Korkeichenwald sind ein Raub der Flammen geworden.

Beunruhigend sei, dass die Feuer landesweit bereits jetzt eine solche Dimension angenommen hätten, obwohl die so genannte Waldbrand-Saison noch gar nicht begonnen habe, schrieb das deutschsprachige Magazin «Entdecken Sie die Algarve» auf seiner Web-Site. Bei aller Dramatik dürfe aber nicht der Eindruck vermittelt werden, das gesamte Land stehe in Flammen.

Ein Brand im Naturschutzgebiet Arrabida, 50 Kilometer südlich von Lissabon, war weitgehend unter Kontrolle. Die Liga für Naturschutz beschrieb den Schaden, den das Feuer dort angerichtet hat, als «irreparablen Verlust für Artenvielfalt und Natur». In dem Park verbrannten etwa 700 Hektar Land.

Angefacht wurden die Flammen von Temperaturen bis zu 40 Grad Celsius und starkem Wind. Meteorologen sagten voraus, dass die Hitze noch bis Donnerstag anhalten wird. Allerdings wurde ein Anstieg der Luftfeuchtigkeit und ein Nachlassen des Windes erwartet, was den Feuerwehrleuten den Kampf gegen die Flammen erleichtern dürfte.

Nach Angaben des Innenministeriums wüten in Portugal seit Anfang des Monats vier Mal so viele Waldbrände wie im Juli vergangenen Jahres. Ein Feuer im Gebiet von Gambelas bei Faro, wo etwa 2.000 Hektar Wald verbrannten, sei Behördenangaben zufolge auf Brandstiftung zurückzuführen, schrieb das Algarve-Magazin am Mittwoch und verwies auf Bodenspekulationen in den vergangenen Jahren. Der Rat der Stadt Faro habe erklärt, für Land, das durch Brandstiftung beschädigt worden sei, gebe es keine Baugenehmigungen. (dapd)

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