Hotelangestellter aus St. Moritz: Positiv getesteter Kellner flüchtet aus Isolation und reist mit Bernina Express
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Hotelangestellter aus St. MoritzPositiv getesteter Kellner flüchtet aus Isolation und reist mit Bernina Express

Ein italienischer Hotelangestellter aus St. Moritz steckte sich mit der britischen Corona-Mutation an. Anstatt sich in Isolation zu begeben, ging er in seine Heimat Como zurück.

von
Bettina Zanni
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Der infizierte Italiener reiste mit dem Zug und nahm die Ansteckung anderer Passagiere in Kauf.

Der infizierte Italiener reiste mit dem Zug und nahm die Ansteckung anderer Passagiere in Kauf.

rhb.ch
Der Mann wurde positiv auf die britische Corona-Mutation getestet.

Der Mann wurde positiv auf die britische Corona-Mutation getestet.

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In einem bekannten Hotel in St. Moritz arbeitet er als Kellner. 

In einem bekannten Hotel in St. Moritz arbeitet er als Kellner.

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Darum gehts

  • Ein 30-jähriger Italiener, der in einem bekannten St. Moritzer Hotel arbeitet, wurde positiv auf das britische Coronavirus getestet.

  • In Isolation begab er sich nicht.

  • Stattdessen reiste er mit Zügen und Taxi an seinen Wohnort in Como.


Das Vorgehen ist seit Monaten klar: Positiv getestete Personen haben sich sofort in strikte Isolation zu begeben. Daran hielt sich ein italienischer Kellner eines bekannten Hotels in der Nähe von St. Moritz nicht. Positiv auf die britische Corona-Mutation getestet, reiste der 30-Jährige am 26. Januar mit dem ÖV von St. Moritz an seinen Wohnort in Como.

Wie das Newsportal QuiComo berichtet, sass er auf dem Weg an den Zielort in drei Zügen und benutzte ein Taxi. Dabei nahm er in Kauf, andere Passagiere mit dem Virus anzustecken. Die Zeitung Il Giorno beschreibt die zurückgelegte Route des Isolations-Flüchtlings wie folgt: Zu Fuss begab sich der Kellner zum Bahnhof, wo er mit dem Bernina Express über die Grenze nach Tirano fuhr. Nach der Grenze stieg er in einen Zug nach Lecco und einen weiteren nach Como um. Die letzte Etappe legte er mit dem Taxi zurück. Weder seine Mitpassagiere im Zug noch den Taxichauffeur informierte er über seinen positiven Test.

Anzeige erstattet

Die Schweizer Behörden meldeten den Isolations-Flüchtling der Polizei in Como. Kurz nach der Ankunft des Kellners stand die Polizei vor seiner Tür und erstattete Anzeige gegen ihn. Damit drohen dem Italiener eine drei bis 18-monatige Haftstrafe plus eine Busse zwischen 500 und 5000 Euro wegen vorsätzlicher Verbreitung einer Epidemie.

Das Gesundheitsamt Graubünden bestätigt den Vorfall gegenüber 20 Minuten. Auf die Schliche kam man dem Angestellten bei einer Kontrolle: «Das kantonale Contact-Tracing stellte am 26. Januar bei der täglichen Kontaktaufnahme fest, dass sich eine in Isolation befindende Person auf der Rückreise nach Italien befindet», heisst es beim Kanton Graubünden. Dank der raschen Handlungsweise des Gesundheitsamtes sowie der Kantonspolizei Graubünden mit Unterstützung der Polizei in Italien habe die beschuldigte Person bereits nach einer Stunde nach Meldung an seinem Wohnort aufgegriffen werden können. In Italien laufe ein Verfahren.

Mitte Januar wurde in St. Moritz eine gehäufte Ausbreitung des mutierten Coronavirus festgestellt. Das Gesundheitsamt Graubünden stellte deshalb die Hotels Palace und Kempinski unter Quarantäne und ordnete dort Massentests an.

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BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

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Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

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