Keine Öl- und Gasheizungen mehr - «Positives Signal an die ganze Schweiz» – Zürcher sagen Ja zum Energiegesetz
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Keine Öl- und Gasheizungen mehr«Positives Signal an die ganze Schweiz» – Zürcher sagen Ja zum Energiegesetz

Öl- und Gasheizungen werden in Zürich verschwinden: Mit 62,6 Prozent Ja-Stimmen wurde das Energiegesetz am Sonntag angenommen.

von
Monira Djurdjevic
Alina Müller
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Öl- und Gasheizungen verursachen 40 Prozent der klimabelastenden CO2-Emissionen im Kanton Zürich. Aktuell sind laut dem Kanton rund 120’000 Öl- und Gasheizungen in Betrieb.

Öl- und Gasheizungen verursachen 40 Prozent der klimabelastenden CO2-Emissionen im Kanton Zürich. Aktuell sind laut dem Kanton rund 120’000 Öl- und Gasheizungen in Betrieb.

Tamedia/Urs Jaudas
Das kantonale Energiegesetz sieht einen Ersatz von Öl- und Gasheizungen künftig durch klimaneutrale Systeme vor.

Das kantonale Energiegesetz sieht einen Ersatz von Öl- und Gasheizungen künftig durch klimaneutrale Systeme vor.

Hauke-Christian Dittrich/dpa
Für FDP-Kantonsrätin Barbara Franzen ist das Energiegesetz aufgrund der Härtefallregelung auch sozial verträglich. «Es muss niemand, der sich einen Umstieg nicht leisten kann, sein Haus verlassen», sagt Franzen.

Für FDP-Kantonsrätin Barbara Franzen ist das Energiegesetz aufgrund der Härtefallregelung auch sozial verträglich. «Es muss niemand, der sich einen Umstieg nicht leisten kann, sein Haus verlassen», sagt Franzen.

Privat

Darum gehts

  • Die Zürcher Stimmbevölkerung stimmte am Sonntag über das kantonale Energiegesetz ab.

  • Mit 62,6 Prozent Ja-Stimmen wurde die Vorlage angenommen.

  • Dieses sieht einen Ersatz von Öl- und Gasheizungen künftig durch klimaneutrale Systeme vor.

Gegen die vom Kantonsrat beschlossene Umsetzungsvorlage hatte der Hauseigentümerverband das Referendum ergriffen, weshalb es am Sonntag zur Volksabstimmung kam. «Wir freuen uns natürlich sehr über dieses deutliche Ja zum Energiegesetz», sagte Grünen-Kantonsrat Thomas Forrer am Sonntag. Die Zürcher Stimmbevölkerung habe damit die Notwendigkeit des Klimaschutzes erkannt. «Das ist ein sehr positives Signal, welches die Zürcher Stimmbevölkerung an den Rest der Schweiz sendet», findet Forrer.

Öl- und Gasheizungen verursachen 40 Prozent der klimabelastenden CO2-Emissionen im Kanton Zürich. Aktuell sind laut dem Kanton rund 120’000 Öl- und Gasheizungen in Betrieb. Das kantonale Energiegesetz sieht einen Ersatz von Öl- und Gasheizungen künftig durch klimaneutrale Systeme vor, dazu gehören unter anderem Wärmepumpen, Fernwärme oder Holzheizungen.

«Dieser Entscheid ist zu akzeptieren»

Für FDP-Kantonsrätin Barbara Franzen ist das Energiegesetz aufgrund der Härtefallregelung auch sozial verträglich. «Es muss niemand, der sich einen Umstieg nicht leisten kann, sein Haus verlassen», sagt Franzen. Sollte eine Hauseigentümerin oder ein Hauseigentümer die Umstiegskosten nicht tragen können, wird ein Aufschub bis nach dem nächsten Eigentümerwechsel gewährt. Neben den Grünen und der FDP befürworteten auch die SP, GLP, Mitte, EVP und AL die Vorlage.

Die SVP und EDU waren dagegen. «Wir sind natürlich sehr enttäuscht. Jedoch ist dieser Entscheid zu akzeptieren», sagt Ueli Bamert, Kantonsrat SVP und Geschäftsführer Swissoil. Das Gesetz sei dennoch schädlich und unnötig. Es führe zu einem faktischen Verbot von Öl- und Gasheizungen und nehme den Hauseigentümern und Hauseigentümerinnen jegliche Entscheidungsfreiheit. Ausserdem befürchtet das überparteiliche Nein-Komitee zahlreiche Leerkündigungen. «Wir erwarten vom Regierungsrat eine Umsetzung mit Augenmass, um die schlimmsten sozialen Folgen dieses Gesetzes abmindern zu können», sagt Bamert.

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