Teufen: Post-«Boykott» wegen Schnee und Glatteis
Aktualisiert

TeufenPost-«Boykott» wegen Schnee und Glatteis

Wegen prekären winterlichen Bedingungen wurden einige Haushalte in Teufen kürzlich nicht von der Post beliefert. Dazu sind sie rechtlich auch nicht verpflichtet.

von
qll
Briefe und Zeitungen konnten in Teufen wegen prekären winterlichen Bedingungen nicht ausgeliefert werden.

Briefe und Zeitungen konnten in Teufen wegen prekären winterlichen Bedingungen nicht ausgeliefert werden.

«Wenn der Zugang zum Haus wegen der Schneemenge oder Glatteis nicht zumutbar ist, kann die Postzustellung im Einzelfall ausfallen,» bestätigt Oliver Flüeler, Leiter der Medienstelle der Post, gegenüber dem «St. Galler Tagblatt». Eben das war kürzlich in Teufen der Fall. Weil es zu stark schneite und die Strassen vereist waren, wurden fünf Haushalte von der Post nicht beliefert. Auch andernorts trat das Problem auf.

Post ist nicht verpflichtet

Rein rechtlich darf die Post das auch. In der Postverordnung heisst es, dass die Post bei «unverhältnismässigen Schwierigkeiten wie schlechten Strassenverhältnissen oder wenn die Gefährdung des Zustellpersonals in Kauf zu nehmen ist» nicht zur Hauszustellung von Postsendungen verpflichtet ist.

Da in Einzelfällen tage- bis wochenlang nicht geräumt worden und die Wege vereist gewesen seien, sei eine Zustellung für sein Personal nicht zumutbar gewesen, so Flüeler. Ob Post geliefert wird oder nicht, werde jeweils direkt vor Ort entschieden.

Als Grund für einen Lieferstopp nennt Flüeler auch Haftpflichtprobleme: «Hauseigentümer sind für die Schnee- und Eisräumung auf privaten Grundstücken zuständig und dazu verpflichtet. Sie sind haftbar für einen gefahrlosen Zugang zur Liegenschaft.» Sprich: Wenn die Wege zu den Häusern nicht ausreichend geräumt sind, erfolgt keine Postzustellung.

«Wir führen keine Statistik»

Erst wenn die Verhältnisse wieder zumutbar seien, könnten die Boten die Postsendungen ausliefern. Falls jemand nicht so lange warten will, könnten die Pakete jederzeit bei der Poststelle abgeholt werden.

Wie viele Haushalte im Kanton St. Gallen und im Appenzellerland nicht beliefert werden konnten, ist nicht bekannt: «Wir führen keine Statistik», so Flüeler.

Wenn gleich auch keine Briefpost geliefert wurde, Pakete bekamen die übergangenen Haushalte in Teufen sehr wohl. «Der Paketbote aus St. Gallen kennt die aktuellen örtlichen Verhältnisse nicht. Er muss sich nicht täglich der Gefahr bei diesen Häusern aussetzen», so Flüeler als Erklärung.

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