Falsch adressierte Briefe: Post führt Strafgebühr ein
Aktualisiert

Falsch adressierte BriefePost führt Strafgebühr ein

Falsch adressieren wird teuer: Die Post will bei Brief-Rücksendungen von Firmenkunden neu Gebühren erheben. Das Gewerbe ist empört.

von
Sandro Spaeth
Etwa ein Prozent aller Sendungen kann die Post nicht zustellen.

Etwa ein Prozent aller Sendungen kann die Post nicht zustellen.

Der gelbe Riese verarbeitete 2009 rund 2250 Millionen Sendungen – 80 Prozent davon von Geschäftskunden. Etwa ein Prozent aller Sendungen kann die Post nicht zustellen. «Diese Retouren kosten uns jährlich 40 Millionen Franken», sagt Post-Sprecherin Nathalie Salamin zu 20 Minuten. Mindestens einen Teil der durch Retouren entstandenen Unkosten will die Post künftig decken. Ab dem 1. April straft sie Geschäftskunden bei unzustellbaren B-Post-Briefen mit bis zu 81 Rappen – also mit fast gleich viel, wie der Versand kostet (85 Rp.). Selbst für die «einfache Entsorgung» des Briefes als Altpapier belastet die Post laut «Sonntag» 10 Rappen. Salamin rechnet insgesamt mit Gebühreneinnahmen in zweistelliger Millionenhöhe. Zudem glaubt die Post an einen erzieherischen Effekt. «Es ist unser Ziel, dass die Kunden noch besser adressieren», so Salamin.

Die Wirtschaft ist über die Strafgebühren wenig erfreut: «Wo bleibt da der Dienstleistungsgedanke der Post», wettert Gewerbeverbandspräsident Hans-Ulrich Bigler. Und bei Economiesuisse heisst es, die Post versuche mit ihrem Vorgehen, die Marge zu maximieren. Umstritten ist zudem der Ansatz des Systems: Je weniger Briefe auf direktem Weg ankommen, desto mehr kassiert der gelbe Riese. Salamin wehrt sich: «Wir versuchen, die Briefe nach Möglichkeit immer zuzustellen.» Die geplanten Tarife kann die Post aber nicht autonom beschliessen. Sie braucht noch den Segen des Kommunikationsdepartements (UVEK).

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