Aktualisiert 28.03.2014 09:17

Trotz Krim-Krise

Post gibt russische Sondermarke heraus

Die politischen Beziehungen zwischen der Schweiz und Russland sind belastet, nicht aber die postalische. Die Post lanciert mit ihren russischen Kollegen eine Sondermarke – trotz Einwänden des EDA.

von
dia/kko

Die russische Annexion der Krim ist den westlichen Staaten ein Dorn im Auge. Auch die Freundschaft zwischen Bern und Moskau hat sich abgekühlt. Am Mittwoch verzichtete der Bundesrat zwar auf Sanktionen gegenüber Russland – zumindest vorerst. Dennoch verurteilte er die Zuspitzung der Situation auf der Krim scharf.

Da überrascht die Schweizerische Post, die just zum aktuellen Zeitpunkt eine Sondermarke zusammen mit Russland lanciert. Die Schweiz gibt dabei eine Marke mit dem Kazansky-Turm in Moskau heraus, die russische Marke zeigt die Berner Zytglogge, berichtet die Basler Zeitung. Die Briefmarken sollen ab dem 21. Mai bei der Post gekauft werden können.

Timing ungünstig, aber kein Hindernis

Postsprecher Oliver Flüeler bestätigt auf Anfrage die Lancierung der schweizerisch-russischen Gemeinschaftsausgabe. Man bedauere aber den ungünstigen Zeitpunkt. «Die Ereignisse haben uns überrollt», sagt Flüeler. Beim Aussendepartement war man laut dem Medienbericht nicht erfreut und empfahl der Post, den Zeitpunkt zu verschieben. Diese entschied sich aber für die Marke.

Man habe das Problem intern besprochen. «Da die Post aber neutral ist und wir gerade mit einem Stopp ein politisches Signal setzen würden, wäre unser Verhalten nicht mehr neutral gewesen», so Flüeler. Zudem gehörten sowohl die Schweiz als auch Russland zu den Gründungsmitgliedern des Weltpostvereins. Ungeachtet der politischen Ereignisse tauschen die beiden Länder seit 1874 postalische Dienste und Beziehungen aus. Das soll sich auch jetzt nicht ändern.

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