Post glaubt weiter an den Brief
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Post glaubt weiter an den Brief

Grosses soll auch weiterhin mit einem Brief beginnen: Die Zahl der Briefe wird zwar auch in den kommenden Jahren zu Gunsten von E-Mails und SMS zurückgehen. Ganz verschwinden wird der Brief aber nicht.

Dies fand die Schweizerische Post in einer Umfrage heraus.

Drei Viertel der 1000 Befragten waren nämlich der Ansicht, dass ein Brief immer noch persönlicher und schöner sei, als ein E-Mail. Entsprechend findet eine Mehrheit auch, dass die Kommunikation durch die neuen Medien oberflächlicher geworden ist.

Dennoch glauben die Befragten, dass das Briefvolumen in den nächsten Jahren weiter zurückgeht. Zum gleichen Ergebnis seien auch vergleichbare Marktstudien der Post gekommen, teilte die Post am Dienstag mit.

2006 wurden in der Schweiz insgesamt 5,117 Milliarden Sendungen zugestellt, das war ein Rückgang von zwei Prozent gegenüber 2005. Überproportional war der Rückgang bei adressierten Sendungen.

Vor allem die teureren A-Post-Sendungen wurden vermehrt durch E- Mails ersetzt. PostMail geht von weiter sinkenden Mengen aus und rechnet bis 2010 mit einem weiteren jährlichen Rückgang von etwa 1,5 Prozent.

Neue Dienstleistungen geplant

Angesichts des Rückgangs will die Post die neuen Medien künftig stärker ins Kerngeschäft integrieren. Dabei sollen die positiven Eigenschaften des Briefes noch stärker mit den neuen elektronischen Möglichkeiten verbunden und neue Dienstleistungen lanciert werden.

So können beispielsweise mit A-Post Plus auch Briefe per Track & Trace verfolgt werden. Auch die Zustellung soll in Zukunft flexibler werden, sodass den Kunden die Sendungen dahin geliefert werden, wo sie sich jeweils aufhalten.

Die E-Mail oder Brief-Typen

Wie die bei 700 Privatpersonen und 300 Firmenvertretern in der ganzen Schweiz durchgeführte Umfrage zeigt, besitzen drei Viertel aller Schweizerinnen und Schweizer eine E-Mail-Adresse. Sie erhalten durchschnittlich 18 E-Mails pro Woche. Nur zehn Prozent der Befragten geben an, mit der neuen Technik überfordert zu sein.

Solche Personen finden sich laut der Umfrage vor allem in ländlichen Gegenden sowie im Tessin und der Westschweiz. Sie sind eher weiblich und über 50 Jahre alt. Der typische E-Mail-Schreiber ist männlich, unter 30 Jahre alt und voll berufstätig.

Die typische Briefschreiberin dagegen ist weiblich, 50 Jahre oder älter und nur teilweise oder gar nicht erwerbstätig. Nur gerade ein Prozent der Befragten würden zur eigenen Hochzeit per E- Mail einladen. Auch für eine Liebeserklärung finden nur rund zwei Prozent der Befragten das E-Mail das passende Medium.

(sda)

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