Aktualisiert 01.02.2019 20:36

SchätzungPost-Reise verursachte über 450 Tonnen CO2

5-Sterne-Hotel, Luxusparty und riesige Emissionen: Die Vietnam-Reise macht mehr als die Hälfte des CO2-Ausstosses des gesamten Jahres 2017 bei der Post aus.

von
R. Knecht
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Eine Businessreise nach Asien sorgt derzeit für Kritik an der Tochterfirma der Post.

Eine Businessreise nach Asien sorgt derzeit für Kritik an der Tochterfirma der Post.

Manu Friederich
Nun hat der «Blick» die genauen Kosten für die extravagante Reise offengelegt.

Nun hat der «Blick» die genauen Kosten für die extravagante Reise offengelegt.

Keystone/urs Flueeler
FlugticketsDer Grossteil der 103 Kadermitglieder reiste aus der Schweiz, Deutschland, England, Frankreich, Österreich und den Niederlanden nach Ho-Chi-Minh-Stadt. 91 Teilnehmer flogen Economy – die Tickets kosteten insgesamt 63'700 Franken. Dazu kommen 36'000 Franken für zwölf Topmanager. Die Flüge kosteten insgesamt also rund 100'000 Franken.

FlugticketsDer Grossteil der 103 Kadermitglieder reiste aus der Schweiz, Deutschland, England, Frankreich, Österreich und den Niederlanden nach Ho-Chi-Minh-Stadt. 91 Teilnehmer flogen Economy – die Tickets kosteten insgesamt 63'700 Franken. Dazu kommen 36'000 Franken für zwölf Topmanager. Die Flüge kosteten insgesamt also rund 100'000 Franken.

Keystone/Steffen Schmidt

Aus der Schweiz und vielen anderen Ländern reisten rund 100 Manager der Swiss Post Solutions (SPS) im Januar nach Vietnam für ein luxuriöses Kadermeeting. Das hat neben Kosten von rund 200'000 Franken riesige CO2-Emissionen verursacht, wie eine Hochrechnung von 20 Minuten zeigt: Rund 450 Tonnen CO2 dürften alleine wegen der Flugreisen in die Atmosphäre gelangt sein.

Das Luxus-Reisli und der damit verbundene CO2-Ausstoss steht im Widerspruch zur Nachhaltigkeitsstrategie, die sich die Post selbst auferlegt hat. Dort schreibt das Unternehmen: «Das Engagement für Nachhaltigkeit ist bei der Post gelebte Unternehmenskultur.» Deshalb handle die Post nach klaren Grundsätzen und nehme ihre soziale, ökologische und wirtschaftliche Verantwortung war.

Auf Anfrage sagt eine Sprecherin der Post, dass das Unternehmen Treibhausgasemissionen der geschäftlichen Flugreisen mit CO2-Reduktionszertifikaten aus Klimaschutzprojekten kompensiere.

2017 waren das 704 Tonnen CO2-Äquivalente – die Vietnam-Reise von Ende Januar 2019 macht also mehr als die Hälfte des CO2-Ausstosses des gesamten Jahres 2017 aus. Nach Schätzungen anhand von Daten des Onlineportals Myclimate.org würden sich die Kompensationskosten auf rund 13'000 Franken belaufen.

Auffällig: Die 12 Businessflüge der Geschäftsleitung von SPS führen zu fast so hohen CO2-Emissionen wie diejenigen der übrigen Schweizer Belegschaft, die nach Vietnam flog. Dabei waren das mit 24 Personen doppelt so viele Manager wie in der Business Class.

SPS und der Mutterkonzern Post stehen für die Luxusreise nach Vietnam vor allem deswegen in der Kritik, weil für die oberste Kaderetage geprotzt wurde: «Für die Angestellten sind die Arbeitsbedingungen bei der SPS miserabel. Für das Management ganz offensichtlich nicht», sagt Syndicom-Sprecher David Roth. Alleine die Flugtickets fürs Luxus-Reisli kosteten 100'000 Franken, 19'000 Franken gingen für eine einzige Party drauf und knapp 32'000 Fanken kosteten die Übernachtungen.

In seiner Nachhaltigkeitsstrategie schreibt der Gelbe Riese: Wenn die Post zur Umwelt Sorge trägt, sich gegenüber ihren Mitarbeitenden fair verhält und sich für ein starkes Gemeinwesen engagiert, ist sie langfristig erfolgreich.

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