Zürich-Aussersihl: Post schliesst ihre Filiale am Helvetiaplatz
Aktualisiert

Zürich-AussersihlPost schliesst ihre Filiale am Helvetiaplatz

Die Postfiliale im Langstrassen-Quartier wird voraussichtlich nächstes Jahr geschlossen. Grund: immer weniger Kunden – und ein nötiger, umfangreicher Umbau.

von
rom
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Die Tage der Postfiliale an der Molkenstrasse beim Helvetiaplatz sind gezählt. Sie wird voraussichtlich 2017 geschlossen.

Die Tage der Postfiliale an der Molkenstrasse beim Helvetiaplatz sind gezählt. Sie wird voraussichtlich 2017 geschlossen.

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Das Gebäude gehört der Post. Die frei werdenden Flächen sollen anderweitig vermietet werden.

Das Gebäude gehört der Post. Die frei werdenden Flächen sollen anderweitig vermietet werden.

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Wichtig sind für viele Passanten die Postomate. Werden sie bleiben? Laut der Postfinance ist dies noch offen - es würden verschiedene Optionen geprüft.

Wichtig sind für viele Passanten die Postomate. Werden sie bleiben? Laut der Postfinance ist dies noch offen - es würden verschiedene Optionen geprüft.

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Hiobsbotschaft für die rund 11'000 Einwohner des Zürcher Langstrassen-Quartiers: Ihre Postfiliale an der Molkenstrasse beim Helvetiaplatz wird voraussichtlich im kommenden Jahr geschlossen. Das teilte die Schweizerische Post am Donnerstag mit.

Als Grund gibt sie an, dass die Nutzung der Poststelle, die man über eine Rolltreppe betreten kann, seit Jahren rückläufig sei. «Zudem wären in den nächsten Jahren umfangreiche Investitionen notwendig, um die Poststelle zu erneuern und zu modernisieren.» Mit Blick auf die rückläufigen Nutzungszahlen seien diese Investitionen jedoch wirtschaftlich nicht gerechtfertigt.

Ob es künftig ein Alternativangebot in Form einer Agentur in einem Geschäft gibt, kann die Post noch nicht sagen. «Sobald alle offenen Punkte geklärt sind, wird die Post die Medien und die Öffentlichkeit informieren», heisst es in der Mitteilung weiter. «Die Post steht bereits mit dem Quartierverein Aussersihl-Hard und der Stadt Zürich für die Suche nach einer Lösung in Kontakt.»

«Wir sind gar nicht glücklich»

Dies bestätigt Franco Taiana, Präsident des Quartiervereins Aussersihl-Hard: «Wir werden versuchen, Vorschläge von Läden zu unterbreiten, die sich für eine Agentur eignen würden.» Über die Schliessung sei er gar nicht glücklich. «Dass eines der am dichtest besiedelten Quartiere der Stadt bald keine eigene Post mehr haben wird, geht gar nicht.»

Die Post betont, dass es mit der Sihlpost im Quartier eine weitere Filiale gebe. Hinzu kämen in den angrenzenden Kreisen die Poststellen beim Bahnhof Wiedikon, am Limmat- oder am Albisriederplatz. «Klar, nur liegt selbst die Sihlpost beinahe in der Innenstadt, also am Rand des Langstrassen-Quartiers», so Taiana.

Für ihn kommt die Schliessung nicht überraschend: «Als die Post vor ungefähr einem Jahr die Schliessfächer am Helvetiaplatz aufgehoben hat, ging ich davon aus, dass wohl bald die ganze Poststelle verschwinden wird.»

Von der Veränderung sind neun Mitarbeitende betroffen. Wo diese weiterbeschäftigt werden, ist laut einem Post-Sprecher noch unklar. Man werde nach individuellen Lösungen suchen. «Sofern möglich, unterbreitet die Post den Betroffenen ein Angebot für die Weiterbeschäftigung», so der Sprecher weiter. «Dabei kommt ein schweizweit einheitlicher Sozialplan zur Anwendung.»

Überall rückläufige Frequenzen

Laut dem Post-Sprecher gingen die Frequenzen in den meisten Poststellen der Stadt zurück: «Die Gewohnheiten im Alltag der Kundinnen und Kunden ändern sich. SMS, E-Mail und Internetbanking sind feste Bestandteile des Lebens.» Sie ermöglichten, sich unabhängig von Zeit und Ort einfach zu organisieren. «Kundinnen und Kunden erledigen daher Postgeschäfte immer weniger über den klassischen Postschalter.»

Das Gebäude an der Molkenstrasse verbleibt im Eigentum der Post Immobilien AG. Allenfalls frei werdende Flächen werden bei Bedarf an interne Bereiche oder dann an Dritte weitervermietet. Noch unklar ist, ob die drei Postomaten bestehen bleiben. «Zum jetzigen Zeitpunkt können wir noch keine Angaben dazu machen. Wir prüfen verschiedene Optionen», heisst es bei der Postfinance.

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