Nur Ex-SP-Chef vorgeladen: Post-Spitze – Uvek liess Levrat-Alternativen keine Chance
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Nur Ex-SP-Chef vorgeladenPost-Spitze – Uvek liess Levrat-Alternativen keine Chance

Der Aufschrei war gross, als bekannt wurde, dass SP-Bundesrätin Sommaruga ihren Parteispezi Christian Levrat zum Post-Chef vorschlug. Nun kommt raus: Gespräche fanden einzig mit dem Ex-SP-Chef statt.

von
Fabian Pöschl
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Christian Levrat soll neuer Post-Chef werden.

Christian Levrat soll neuer Post-Chef werden.

20min
Er wird die Nachfolge des abtretenden Urs Schwaller übernehmen, kündigte die Post am Mittwoch an.

Er wird die Nachfolge des abtretenden Urs Schwaller übernehmen, kündigte die Post am Mittwoch an.

Post
Das war der Vorschlag von SP-Bundesrätin Simonetta Sommaruga.

Das war der Vorschlag von SP-Bundesrätin Simonetta Sommaruga.

20 Min/Simona Ritter

Darum gehts

  • Ex-SP-Chef Christian Levrat soll Verwaltungsratspräsident der Post werden.

  • Der Vorschlag kommt von Bundesrätin Simonetta Sommaruga.

  • Mit anderen Kandidaten wurden keine Gespräche geführt.

Ex-SP-Präsident Christian Levrat als Chef der Schweizerischen Post – diese Personalie kommt bei vielen nicht gut an. SP-Bundesrätin Simonetta Sommaruga habe den lukrativen Posten mit 225’000 Franken Jahreslohn für ein 50-Prozent-Pensum ihrem Parteifreund zugeschanzt, kritisierten Politiker wie SVP-Hardliner Andreas Glarner.

Nun kommt raus: Alternativen zu Levrat kamen nicht in Frage. Gespräche fanden einzig mit dem Ex-SP-Chef statt, wie der «Sonntagsblick» unter Berufung auf Sommarugas Umwelt-, Verkehrs- und Kommunikationsdepartement (Uvek) schreibt.

Zwei Dutzend Personen habe man für die Stelle in Erwägung gezogen und ihr Profil näher geprüft. Doch einzig wurde Levrat vorgeladen. Der Bund hat die Stelle nicht ausgeschrieben. Laut einer Uvek-Sprecherin sei so etwas «für die Stelle eines Verwaltungsratspräsidenten für einen bundesnahen Betrieb nicht üblich». Zentrale Anforderung für das Amt des Post-Verwaltungsratspräsidenten sei die politische Erfahrung.

Nun ist die Kritik im Parlament gross. GLP-Chef Jürg Grossen findet das Verfahren «inakzeptabel». Er setze darauf, dass der Bundesrat von sich aus zur Einsicht komme und solche Stellen künftig öffentlich ausschreibe, sonst brauche es am Ende ein Gesetz.

FDP-Nationalrat Andri Silberschmidt sorgt sich um die Unabhängigkeit des Parlaments: «Die Frage ist, wie kritisch Parlamentarier vis-à-vis dem Bundesrat überhaupt noch sind, wenn sie ständig mit einem Auge auf einen solchen Posten schielen.

Allerdings wählte Bundesrätin Sommaruga ihren Parteispezi Levrat nicht allein zum Post-Chef. Für die Wahl war der Gesamt-Bundesrat verantwortlich, der in bürgerlicher Mehrheit ist.

Schwaller-Nachfolge

Schwierige Aufgabe für Levrat

Der Bundesrat hat entschieden, dass Christian Levrat zum neuen Verwaltungsratspräsidenten der Post gewählt werden soll. Simonetta Sommaruga infomierte am Mittwoch über den Entscheid. Als neuer Präsident des Staatsunternehmens steht der ehemalige Post-Gewerkschafter Levrat vor einer schwierigen Aufgabe. Die Post hat derzeit mit grossen Gewinneinbussen zu kämpfen und stand zuletzt mehrfach in der Kritik. Der bisherige Präsident Urs Schwaller, dessen Amtszeit vom Postauto-Skandal überschattet wurde, ist vor zwei Wochen zurückgetreten.

Deine Meinung

202 Kommentare
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Heiri

05.04.2021, 21:39

Wasser predigen , Wein Saufen. SP classics

Nachdenklicher Steuerzahler

05.04.2021, 19:49

Sein grösster Erfolg war die Abwahl Blochers, gemäss der eigenen Aussage von Levrat. Die SP hat er mit seinem SVP Hass an die Wand gefahren. Wieso ein so negativ denkender Mensch an die Spitze der Post gewählt wird, versteht wohl niemand und es wird mir absoluter Garantie schief gehen. Bezahlen wird es dann einmal mehr der Steuerzahler.

Schweizer

05.04.2021, 13:57

Um Gottes Willen auch das noch!