10.08.2017 08:33

Service-AbbauPost stellt Paket-Lieferung für Postfächer ein

Ab dem kommenden Jahr liefert die Post keine Pakete mehr an Postfächer. Es gebe heute einfachere Möglichkeiten, begründet der Betrieb den Abbau.

von
ehs
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Ab 2018 liefert die Post in der ganzen Schweiz keine Pakete und Abholscheine mehr in die Postfächer. Es gebe mittlerweile einfachere Möglichkeiten, begründet ein Sprecher gegenüber SRF.

Ab 2018 liefert die Post in der ganzen Schweiz keine Pakete und Abholscheine mehr in die Postfächer. Es gebe mittlerweile einfachere Möglichkeiten, begründet ein Sprecher gegenüber SRF.

Keystone/urs Flueeler
Zudem gingen nur noch zwei Prozent der Paketlieferungen an Postfächer. Damit werde ein Nischenprodukt abgebaut.

Zudem gingen nur noch zwei Prozent der Paketlieferungen an Postfächer. Damit werde ein Nischenprodukt abgebaut.

Keystone/Martin Ruetschi
Es ist nicht der einzige Abbau bei der Post. Bis 2020 will sie 459 Poststellen daraufhin prüfen, ob sie noch weitergeführt werden. Dazu gehört etwa die Poststelle Dübendorf Flugfeld (Bild).

Es ist nicht der einzige Abbau bei der Post. Bis 2020 will sie 459 Poststellen daraufhin prüfen, ob sie noch weitergeführt werden. Dazu gehört etwa die Poststelle Dübendorf Flugfeld (Bild).

Keystone/Christian Beutler

Die Post informiert ihre Kunden zurzeit über einen Abbau per Ende Jahr. Dann wird die Zustellung von Paketen an Postfach-Adressen eingestellt, berichtet SRF. Bereits heute wird in einigen Regionen so verfahren. Es gebe heutzutage einfachere Möglichkeiten, ein Paket zu empfangen, als es in ein Postfach zu bestellen, sagt Post-Sprecher Oliver Flüeler zu SRF. Im Postfach liege sowieso nur ein Abholschein. Die Pakete selbst müssten auf der Poststelle abgeholt werden.

Mittlerweile könnten sich Postkunden ein E-Mail oder ein SMS schicken lassen, wenn ein Paket unterwegs sei. So könne selbst entschieden werden, wann und wo ein Paket empfangen werde. Man könne etwa dem Pöstler angeben, es vor der Haustür zu deponieren, dem Nachbarn zu übergeben oder auch an einen Paketautomaten oder Abholpunkt wie Tankstellen zu liefern, so der Post-Sprecher.

Grosse Abbaupläne bei der Post

Paketlieferungen in die Postfächer seien in den letzten fünf Jahren um 60 Prozent zurückgegangen und seien mit zwei Prozent Anteil ein Nischenprodukt, sagt Flüeler. Nach der Umstellung werden Pakete noch ein Jahr lang gratis weitergeleitet. Danach muss für die Umleitung an die Privat- oder Geschäftsadresse bezahlt werden.

Die Streichung von Paket-Lieferungen an Postfächer ist nicht der erste Abbau bei der Post. Insgesamt 459 Postfilialen werden bis 2020 «überprüft» und könnten damit vor dem Aus stehen. Sie sollen durch Postagenturen, Automaten und neue Aufgabe- und Abholstellen kompensiert werden. Der Abbau sorgt für Kritik in der Politik.

Einen Abbau gab es in jüngster Zeit auch beim Bar-Zahlungsverkehr. Im Jahr 2016 wurden 99 Poststellen, in denen Bar-Zahlungsverkehr angeboten wurde, durch Filialen ohne solche Dienste ersetzt. Der Post-Verwaltungsratspräsident Urs Schwaller hat zudem bekannt gegeben, dass die Post im Jahr 2019 die Tarife für die Briefpost erhöhen will. Die Erhöhung werde aber «massvoll» sein.

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