Aktualisiert 13.06.2014 13:31

4200 Franken wegPost verliert Einschreiben - Kündigung ungültig

Geht ein eingeschriebener Kündigungsbrief verloren, haben die Absender das Nachsehen. Die Post bedauert den Vorfall, zahlt aber nichts.

von
ale
Der Hauptsitz der Post, am Donnerstag, 31. Maerz 2011 in Bern. Die Post informierte bei der Bilanzmedienkonferenz ueber das Jahresergebnis. Die Schweizerische Post erzielte 2010 das beste Resultat aller Zeiten. Der Konzerngewinn stieg um 25 Prozent auf 910 Millionen Schweizer Franken. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Der Hauptsitz der Post, am Donnerstag, 31. Maerz 2011 in Bern. Die Post informierte bei der Bilanzmedienkonferenz ueber das Jahresergebnis. Die Schweizerische Post erzielte 2010 das beste Resultat aller Zeiten. Der Konzerngewinn stieg um 25 Prozent auf 910 Millionen Schweizer Franken. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Stefan Ruf kündigte per Ende März seine Wohnung mit einem eingeschriebenen Brief. Als die Verwaltung drei Wochen nicht auf die Kündigung reagiert, ruft er bei der Aberimo AG an. Diese hat den Brief noch nicht erhalten, geht aber davon aus, dass der Brief über Ostern liegen geblieben ist. Der eingeschriebene Brief komme sicher noch.

Leider war die Kündigung auch bei erneutem Nachfragen nicht bei der Verwaltung eingegangen. Der Mieter wendet sich an die Post. Diese bestätigt, dass der Brief wohl verloren gegangen sei, und bietet Ruf an, den Verbleib des Schreibens zu klären. Inzwischen ist es Mai.

Ruf muss zusätzlich 4200 Franken Miete zahlen

Stefan Ruf muss die Kündigung erneut bei der Verwaltung einreichen. Diese gilt neu aber erst per Ende August, er bezahlt nach dem Umzug während zweier Monate auch noch den Mietzins seiner alten Wohnung. Das kleine Malheur der Post kostet Ruf nun mindestens 4200 Franken.

«Ich kann kaum glauben, dass ich für einen Fehler der Post geradestehen muss. Und dass sich auch die Verwaltung nicht kulant zeigt, enttäuscht mich. Schliesslich wusste sie spätestens seit Mitte April, dass ich die Kündigung geschrieben habe», sagt der Mieter gegenüber «Espresso».

Post bedauert das Missgeschick

Die Post bedauert das Missgeschick. Mediensprecher Bernhard Bürki: «Es ist für uns und unseren Kunden sehr ärgerlich. Wir möchten aber betonen, dass wir täglich 18 Millionen Briefe versenden. Dass es bei dieser Menge Fälle geben kann, in denen es nicht klappt, ist klar.» Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Post versichern bei Verlust oder Beschädigung einer eingeschriebenen Sendung einen Schadenbetrag von maximal 500 Franken. Allerdings betrifft das nur den Wert der Sendung.

«Folgekosten übernehmen wir nicht, das macht kein Unternehmen der Welt», erklärt der Post-Sprecher weiter. Auch die Verwaltung von Ruf zeigt sich nicht kulant. Sie schreibt «Espresso»: «Wir erhielten die Bestätigung, dass ein Einschreiben aufgegeben, uns aber nie zugestellt worden war. Leider steht es uns als Liegenschaftenverwaltung nicht zu, eine Kündigung als solche gelten zu lassen, ohne deren Erhalt.»

Vertrauen Sie der Post noch Ihr Kündigungsschreiben an? Diskutieren Sie mit im Kommentarfeld.

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