Aktualisiert 03.04.2020 08:21

Corona-Krise

Post will Kontingente an 100 Versender vergeben

Die Post ist momentan mit der Flut von Paketen überfordert. Daher soll künftig ein Kontingent für Paketsendungen der grössten Versender gelten.

von
doz
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Die Post wird mit der Menge von Paketen nicht mehr fertig.

Die Post wird mit der Menge von Paketen nicht mehr fertig.

Keystone/Gaetan Bally
Daher hat sie Kontingente angekündigt.

Daher hat sie Kontingente angekündigt.

Keystone/Anthony Anex
Diese sollen die 100 grössten Paketversender betreffen.

Diese sollen die 100 grössten Paketversender betreffen.

Keystone/Gaetan Bally

Die Post hat angekündigt, dass sie für die grössten 100 Paketauftraggeber Paketkontingente einführen will. Dies geht aus einer Mitteilung hervor, die am Donnerstag veröffentlicht wurde. Erklärtes Ziel der Post sei es, die Grundversorgung langfristig aufrechtzuerhalten. «Nur wenn unsere Mitarbeitenden gesund bleiben, sind wir in der Lage, die Menschen in der Schweiz in den kommenden Wochen und Monaten weiterhin zu versorgen», sagt Oliver Flüeler, Mediensprecher der Post.

Seit Anfang der Notlage habe man eine enorme Zunahme an Paketen bewältigen müssen. Dafür seien bereits diverse Massnahmen getroffen worden, beispielsweise wurde die Zustellung von Sperrgut eingeschränkt. Ausserdem werde nun am Samstag gearbeitet, so Flüeler. Dennoch ist die Paketmenge noch immer sehr gross und nicht zu bewältigen.

Bedauernswert, aber notwendig

Ein Händler, der von den Kontingenten betroffen ist, ist laut «CH Media» beispielsweise der Lehner Versand aus Schenken, Luzern. Hier dürfen nur noch 3000 Pakete pro Tag verschickt werden.

Normalerweise beläuft sich das Paketvolumen aber auf rund 5000 Stück pro Tag.

Bei der Post wird die Massnahme bedauert, sie sei aber notwendig. Nur so könnten die Schutzmassnahmen des Bundes eingehalten werden. Bevor die neue Regelung umgesetzt wird, soll am Freitag aber zuerst nochmals das Gespräch mit den Kunden gesucht werden. Ausserdem muss noch ein Antrag beim Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation eingereicht werden.

«Wir möchten deutlich betonen, dass die Zeit eilt, wenn wir nicht einen Kollaps der Paketversorgung der Schweiz riskieren wollen», sagt Flüeler. Dies gelte nur, wenn alle beteiligten Akteure aufeinander Rücksicht nehmen. «Wir müssen gemeinsam dafür sorgen, dass die Mengen das System nicht überfordern und wir die Schweiz weiterhin mit Paketen beliefern können.»

Forderungen an die Post

Der Verband des Schweizerischen Versandhandels (VSV) teilt mit, dass es sich um eine äusserst einschneidende Massnahme handle, die eine grosse Tragweite habe. Denn viele Online- und stationäre Händler haben ihre Kapazitäten aufgestockt, um die steigenden Online-Nachfrage zu bewältigen.

Um dies zu verhindern, stellt der VSV einige Forderungen an die Post. Einerseits soll die Verarbeitung von Paketen mit einem Schweizer Absender priorisiert werden. Ausserdem sollen kleinere Pakete künftig auch über den Briefkanal verschickt werden können, da während der Corona-Krise sowieso weniger Briefe verschickt würden und daher die Kapazitäten vorhanden seien.

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