Post will von der Schiene auf die Strasse

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Post will von der Schiene auf die Strasse

Die Post plant, durch Fremdvergabe und Umlagerungen von der Schiene auf die Strasse gegen 36 Millionen Franken Transportkosten einzusparen.

Die Post will in einer weiteren Sparübung ihre Transportkosten um bis zu zwölf Prozent senken. Die Gewerkschaften warfen ihr vor, bei den eigenen 800 Chauffeuren Stellen zu vernichten.

Die Post reagiert mit ihrem neusten Sparplan auf die erwartete Verschärfung des Sendungsrückgangs und die Neukonzeption der Briefzentren. Sie sieht sich dadurch veranlasst, ihre Transportpolitik zu überdenken, wie sie am Freitag mitteilte. Ziel der Überprüfung ist es, die Transportkosten von heute 300 Millionen Franken um zehn bis zwölf Prozent zu senken und so die eigene Position im härter werdenden Wettbewerb zu verbessern. Ins Auge gefasst werden Verbesserungen bei den eigenen Transportprozessen, aber auch die Fremdvergabe von Transporten und die Verlagerung von gewissen Schienentransporten auf die Strasse. Die Bildung von kurzen Zügen im Umfang von nur zwei bis drei Wagen und der Posttransport in Personenzügen, in Einzelwagen oder Güterzügen verursache heute zu hohe Kosten.

Die neue Stossrichtung soll vorerst in drei Pilotprojekten in der Region der drei Post-Standorte Zürich-Mülligen, Härkingen und Lausanne erprobt werden. Bis zum kommenden Herbst sollen die Resultate vorliegen und auch Gespräche mit den Sozialpartnern stattgefunden haben. Erst dann könne auch konkretisiert werden, welche Auswirkungen die Massnahmen auf das Personal haben werden.

Die Post transportiert täglich rund 20 Millionen Briefe, Zeitungen und Pakete von den Poststellen zu den Verarbeitungszentren und wieder weiter zu den Poststellen. Neben den Schienentransporten setzt sie dafür 400 Lastwagen ein und beschäftigt 820 Wagenführer. Schon heute übernehmen aber private Transporteure rund einen Viertel der Strassentransporte.

Bei den Gewerkschaften stiess die Ankündigung auf Kritik. Die Gewerkschaft transfair warf der Post vor, sie wolle im eigenen Transportdienst massiv Stellen abbauen und durch die Fremdvergabe von den schlechteren Arbeitsbedingungen anderer Transporteure profitieren. Sie will an einem Aktionstag im August mit den Post-Chauffeuren Alternativen ausarbeiten. Die Gewerkschaft Kommunikation stellte bei der Post Ideenlosigkeit fest. Mit dem Projekt spare die Post einmal mehr auf dem Buckel des Personals anstatt neue Geschäftsideen zu entwickeln. Dies sei ein Zeichen der Resignation. Die Gewerkschaft will die Pilotversuche genau mitverfolgen und kündigte an, für die Arbeitsplätze und die Arbeitsbedingungen zu kämpfen. (dapd)

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