Aktualisiert 31.01.2019 08:08

Uznach SG

Postauto lässt Pendler im Regen stehen

Regelmässig verpassen Pendler auf der Postauto-Linie 631 ihren Anschlusszug. Das Problem ist bekannt, eine Lösung jedoch in weiter Ferne.

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taw
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Kein Postauto weit und breit: Passagiere warten bei der Haltestelle Burgerfeld in Uznach.

Kein Postauto weit und breit: Passagiere warten bei der Haltestelle Burgerfeld in Uznach.

Linth-Zeitung/Markus Timo Ruegg
Das Problem: Kommt der Bus zu spät, erwischen Pendler die Anschlusszüge am Bahnhof Uznach nicht.

Das Problem: Kommt der Bus zu spät, erwischen Pendler die Anschlusszüge am Bahnhof Uznach nicht.

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Hier stranden sie dann und müssen auf die nächsten Verbindungen warten.

Hier stranden sie dann und müssen auf die nächsten Verbindungen warten.

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«Wenn er um '41 abfährt, reicht es noch auf den Zug», wird eine junge Frau von der «Linth-Zeitung» zitiert. Sie, ihre Kollegin und noch fünf weitere Passagiere warteten kürzlich an einem verschneiten und kalten Januartag an der Bushaltestelle Uznach Burgerfeld auf den Bus der Linie 631.

Abfahren hätte der Bus eigentlich bereits 17.36 Uhr sollen. Als er dann irgendwann doch noch kommt und um 17.49 Uhr den Bahnhof Uznach erreicht, sind die Züge nach St. Gallen, Rapperswil und ins Glarnerland aber bereits weg. Bei mehr als fünf Minuten Verspätung warten die Züge den Anschluss nicht mehr ab.

Das ist kein Einzelfall. Mehrmals pro Woche kommt es auf der Linie 631, die von Rüti über Eschenbach nach Uznach führt, zu Verspätungen. Das ist auch der Postauto AG bekannt. «Insbesondere in den Hauptverkehrszeiten zwischen 6 und 8 Uhr morgens sowie zwischen 16 und 19 Uhr abends kommt es immer wieder zu Verspätungen und teilweise auch dazu, dass die Passagiere den Anschluss in Uznach verpassen», wird Walter Schwizer, Leiter Betrieb Ost von Postauto, zitiert. Schuld daran sei das hohe Verkehrsaufkommen.

Sofortmassnahmen mit mässigem Erfolg

Bei einer Sitzung der Arbeitsgruppe ÖV Zürichsee-Linth wurde das Thema letzten Herbst bereits besprochen und daraufhin Massnahmen getroffen. Auf den Fahrplanwechsel vom 9. Dezember 2018 wurde die Haltestelle Uznach Post aufgehoben und die Linienführung angepasst. Das brachte eine geringfügige Zeitersparnis ein. Aber: «Auch nach dem Fahrplanwechsel kam es zu Verspätungen und verpassten Anschlüssen.»

Auch Christian Holderegger, Gemeindepräsident von Uznach, ist das Problem bekannt. «In den Ampeln ist bereits eine Busbevorzugung installiert. Wenn die Busse an die Ampeln fahren, schalten diese auf Grün», sagt er zur «Linth-Zeitung». Das reiche aber offenbar nicht und eine ganz andere Linienführung sei nicht möglich.

Lösung erst in zehn Jahren

Bei der Postauto AG sei man nun daran, genau zu eruieren, wie oft und wann diese Buslinie die Anschlüsse am Bahnhof verpasse. Auf dieser Basis würde man dann festlegen, wie dringend das Problem angegangen werden muss.

Den Fahrplan anzupassen sei aber nicht einfach zu realisieren. Da das Postauto der Linie 631 in Rüti die Ankunft der S-Bahn abwarte, könne es nicht früher abfahren. Würde man früher abfahren, würde sich das Anschluss-Problem einfach nur verschieben.

Einzige Hoffnung: Eine Umfahrungsstrasse. Diese würde den Dorfkern Uznach vom Verkehr entlasten und so würden die Postautos auch nicht mehr im Stau stehen, so die Idealvorstellung. Der Haken an der Sache: Die Umfahrungsstrasse A53 Gaster kommt wohl frühestens in zehn Jahren.

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